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Steyr

Protestmarsch: 200 Anrainer gingen die Trasse ab

Von Hannes Fehringer   20. August 2015 00:04 Uhr

Protestmarsch auf dem Stoppelfeld: 200 Anrainer gingen die Trasse ab
200 Bürger gingen die geplante und bereits verordnete Trasse der Westspange ab: Die Gegner sehen nicht ein, warum für die Straße Natur zerstört wird.

STEYR. Grüne und Bürgerinitiative "Grüngürtel" organisierten Kundgebung gegen die Westspange.

Die Grundbesitzer haben Pflöcke mit Absperrbändern in ihre Stoppelfelder und Äcker geschlagen. Auf 100 Metern Breite war das die Markierung für einen besonderen Wandertag: Zur Veranschaulichung in Natura, was die Landesregierung in der Vorwoche beschlossen hatte, schritten die Gegner der Westspange gestern Mittag die verordnete Trasse ab.

Kurt Prack von den Steyrer Grünen betätigte sich als Lotse, um den Protestzug über die Wolferner Straße zu geleiten, wo eine große Unterführung kommen soll. Er und die Organisatoren von der Bürgerinitative "Grüngürtel statt Westspange" wollten die Polizei zur Verkehrssicherung nicht extra bemühen. "Mit so einer Resonanz haben wir nicht gerechnet", sagte Prack. 200 Wanderer mit Rucksack und Babytragen versammelten sich bei einem Bauernhof und schritten dann querfeldein den Straßenverlauf ab. In einer Senke in einem Waldstück waren die Bäume über den Köpfen in sieben Metern Höhe bemalt – so hoch würden die Bagger bei einem Straßenbau einen Erdwall aufschütten.

Es war keine Bittprozession zu Ehren des heiligen Florians. "Hier baut man eine Straße zu unseren Häusern hin", sagte Oswald Daxinger, Zivilgeometer in Pension. Die Notwendigkeit des Asphalts, wo sich jetzt die Feldhasen balgen, leuchtete keinem ein. Alfred Rieger, Obmann der Bürgerinitiative, verwies auf Vorstudien des Landes, die nur eine geringe Verkehrsentlastung des Stadtzentrums durch die Westspange vorausgesagt hätten. Den Grund, warum die Tangente in den Augen der Politik unbedingt gebaut werden müsse, glauben die Anwohner zu kennen: Auf einer Schautafel hingen Wirtschaftsberichte, wonach sich österreichische Frächter groß in den Hafen Koper an der Adria eingekauft haben. Die Transportwirtschaft dränge daher auf eine neue Nord-Süd-Achse im europäischen Straßennetz. Eine tragfähige Verkehrsanbindung an die Pyhrnautobahn über das Steyrtal forderte die Wirtschaftskammer.

Landesrat Rudi Anschober (G), der mitging, versprach, dass die Grünen eine Überdenken der Westspange "von A bis Z" verlangen würden, wenn es wieder zu Regierungsverhandlungen mit der VP komme. Eine Neuprüfung des Projektes würde auf die Forderliste bei Koalitionsverhandlungen kommen. In der Landesregierung stimmte Anschober als einziger gegen die Trasse.

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