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Salzkammergut

Rumoren im Ausseerland wegen der geplanten Spitalszusammenlegung

Von Edmund Brandner  25. März 2019 00:05 Uhr

Rumoren im Ausseerland wegen der geplanten Spitalszusammenlegung
Das kleine Krankenhaus in Bad Aussee steht vor der Schließung.

BAD AUSSEE. Hitzige Stimmung bei einer Bürgerversammlung in Bad Aussee.

In zwei Wochen findet im Bezirk Liezen eine Volksbefragung statt, die für die Landesregierung zwar nicht bindend ist, in der Region aber heftige Diskussionen auslöst. Vor allem im steirischen Salzkammergut. Die Frage lautet: "Soll es im Bezirk Liezen anstelle der bestehenden drei Krankenhausstandorte Bad Aussee, Rottenmann und Schladming nur mehr ein zentrales "Leitspital" geben?"

Wie die OÖN berichteten, soll das neue "Leitspital" 28 Kilometer südlich von Bad Aussee bei Trautenfels (Gemeinde Stainach-Pürgg) entstehen. Das vor der Schließung stehende Krankenhaus in Aussee hat nur noch zwei Abteilungen (Interne, Chirurgie). Künftig wird es kaum mehr als eine Tagesambulanz samt Notarztstandort geben.

Kritik wegen längerer Wege

Befürworter der Zusammenlegung heben hervor, dass die medizinische Versorgung für die Gesamtregion durch das geplante Leitspital deutlich verbessert wird. "Für uns Ausseer hätte die Standortwahl für das Leitspital auch deutlich schlechter ausgehen können", sagt ÖVP-Bürgermeister Franz Frosch. "Auch Rottenmann wäre möglich gewesen." Froschs Partei befürwortet das Projekt.

Kritiker im Ausseerland heben hervor, dass der Weg zum Krankenhaus nun deutlich länger wird und bei einer Sperre der B145 sogar blockiert ist. Neben den Freiheitlichen lehnt im Ausseerland auch die SPÖ das Projekt ab. Wobei die Sozialdemokraten in der Landesregierung es mitbeschlossen haben.

Beobachter rechnen damit, dass sich die Ausseer bei der Volksbefragung gegen die Spitalszusammenlegung aussprechen werden – auch wenn es ihnen nichts nützen wird.

Einen Vorgeschmack erlebten die verantwortlichen Politiker bei einer Bürgerversammlung vergangene Woche. Dort wurde Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) mit kritischen Fragen geradezu gelöchert. Und als die Veranstaltung wie vereinbart nach zwei Stunden beendet wurde, gab es deshalb heftigen Protest. "Da müssen wir uns tatsächlich Kritik gefallen lassen", räumt Bürgermeister Frosch im Nachhinein ein. "Die Stimmung war aufgeheizt. Die Emotionen gehen bei so einem sensiblen Thema natürlich hoch, und die Leute hätten noch viele Fragen gehabt."

 

3 Fragen an ... Christopher Drexler

Der steirische ÖVP-Gesundheitslandesrat rechtfertigt die Zusammenlegung der drei Krankenhäuser im Bezirk Liezen.

1. Wie sieht die medizinische Versorgung im Ausseerland künftig aus?

Es wird beim derzeitigen Krankenhaus einen Notarztstandort geben. Außerdem ein Gesundheitszentrum, in dem Allgemeinmediziner mit Fachärzten zusammenarbeiten. Der Gesundheitsfonds Steiermark führt Gespräche mit Ärzten vor Ort, um ein gut abgestimmtes Gesamtpaket anbieten zu können. Im Gespräch sind auch Angebote im Bereich von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Physiotherapeuten, Diätologen oder Hebammen. Letztendlich soll es mehr Ambulanzgeschehen geben als derzeit.

2. Warum werden die drei Spitäler nicht einfach zu einem Verbund zusammengeschlossen?

Der Bezirk Liezen steht gewissermaßen an der Spitze der Reformen, die bis 2035 auch in anderen steirischen Regionen kommen. Wir wollen hier nicht eines von drei Krankenhäusern ein bisschen aufbauen – wobei sich die Frage gestellt hätte, welches – sondern ein kräftiges Leitspital an einem gut erreichbaren Standort neu errichten. Damit haben wir das gesamte medizinische Fachwissen am günstigsten Standort für alle.

3. Wie funktioniert die medizinische Versorgung bei extremen Wetterbedingungen?

Natürlich muss sie auch in Krisensituationen gewährleistet sein. Uns ist völlig klar, dass die Verbindungsstraße ins Ausseerland noch sicherer werden muss, auch wenn im Schneechaos im Jänner die Wege offen waren. Es gibt aber schon Gespräche innerhalb der Landesregierung. Wir wollen die Lawinengalerie erweitern. Die Notfallversorgung ist 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr mit Sicherheit gewährleistet. Den bestehenden Notarztstützpunkt wird es weiterhin geben, ebenso das bestens funktionierende Rettungswesen durch das Rote Kreuz.

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Artikel von

Edmund Brandner

Lokalredakteur Salzkammergut

Edmund Brandner
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