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So sieht es nach dem Föhnsturm am Attersee aus

VÖCKLABRUCK. Videos der Oberösterreichischen Wasserretter zeigen das Ausmaß der Zerstörung im Seengebiet.

Viele Boote sind gesunken. Bild: Österreichische Wasserrettung LV OÖ

Der heftige Föhnsturm, der Montagabend Fahrt aufnahm und bis Dienstagvormittag andauerte, richtete in den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck massive Schäden an. 

Allein am Attersee sind laut Wasserrettung 50 bis 100 Boote betroffen. Sie haben sich im hohen Wellengang losgerissen, wurden ans Ufer geschleudert, liefen voll, krachten gegen Stege oder sanken an den Leinen hängend. Teilweise rissen sogar Bojenketten.

"Wir haben bis jetzt 14 Boote geborgen, aber es stehen noch jede Menge Aufträge an", sagte Christoph Bauer, stellvertretender Abschnittsleiter der Wasserrettung für den Attesee, am Donnerstagvormittag. Am See seien während des Sturms bis zu zwei Meter hohe Wellen verzeichnet worden. "Einige Boote wurden so weit ans Ufer geschleudert, dass man sie vom Wasser aus nicht bergen kann. Dazu wird es Kräne brauchen."

Video-Aufnahmen der Wasserrettung Oberösterreich zeigen das Ausmaß der Zerstörung am Attersee: 

 

Er könne sich an kein ähnlich folgenreiches Sturmereignis am See erinnern, berichtete Bauer. "Es gab zwar im Herbst 2002 schon einmal einen sehr starken Föhnsturm. Aber der war im November, da waren die meisten Boote schon im Winterlager und nicht mehr im Wasser." Darum seien damals vor allem Steganlagen und Bootshütten beschädigt worden.

Nach dem der Sturm am Montag gegen 21.00 Uhr losbrach, sei der Wind noch am Dienstagvormittag so stark gewesen, dass an eine Bergung der havarierten Boote nicht zu denken war. "Die Gefahr für die eigene Gesundheit und das Material wäre zu groß gewesen", sagte Bauer. Nun stehe man jedoch seit bereits gut zwei Tagen voll im Einsatz. "Wir werden aber sicher noch länger mit den Bergearbeiten beschäftigt sein."

Das Ausmaß des finanziellen Schaden für die Bootsbesitzer könne er nicht abschätzen, so Bauer. 

Video: Was hier aussieht wie das Meer an einem stürmischen Tag, ist der Attersee: 

 

Glimpflicher als der Attersee ist im Sturm zu Wochenbeginn der Traunsee davongekommen. "Es befinden sich nicht mehr so viele Boote im See", berichtete der zuständige Abschnittsleiter Jochen Brunner. Der Wasserretter sprach am Donnerstag von vier größeren Einsätzen. "Zwei Boote haben wir bereits geborgen, eines liegt noch auf Grund, ein Viertes wurde gesichert und fixiert."

Den Einsatzkräften machte im Sturm vor allem eine losgerissene Segeljacht zu schaffen, die mitten in der Nacht in Gmunden immer wieder gegen die Hafenmauer geworfen wurde. "Wie sich herausgestellt hat, war aber erst an eine Bergung zu denken, nachdem der Sturm nachgelassen hat. Gott sei Dank waren keine Personen betroffen", sagte Brunner. Nur geringe Schäden wurden auch vom Mondsee und den Seen im Salzburger Flachgau gemeldet. 

Video: Da der Sturm beim Eintreffen der Einsatzkräfte äußerst heftig war und ein baldiges Nachlassen nicht erwartet wurde, entschied die Einsatzleitung aus Sicherheitsgründen, in der Nacht auf Dienstag keine Bergungsversuche im Traunsee zu unternehmen. In diesen Aufnahmen sieht man, warum: 

 

Auch am Traunstein hat der Sturm schwere Schäden angerichtet. Der Hernlersteig und der Weg über die Mairalm sind vorübergehend gesperrt, mehr dazu hier.

Wie die Polizei berichtete, wurden in den Gemeindegebieten von St. Georgen im Attergau, Straß, Berg, Attersee, Nußdorf und Unterach zahlreiche Bäume geknickt und auf die Fahrbahnen geschleudert. Die Attersee-Straße (B151) zwischen Nußdorf und Unterach, die L541 im Gemeindegebiet von Straß, die L1276 im Gemeindegebiet von Berg und der Güterweg Lichtenberg im Gemeindegebiet von St. Georgen wurden wegen der Aufräumarbeiten gesperrt.

Eine besonders starke Sturmböe erfasste das Dach der Mehrzweckhalle beim Freizeitzentrum St. Georgen und riss Teile der Glasverkleidung aus der Dachkonstruktion heraus, die auf den nahegelegenen Parkplatz geschleudert wurden. In Innerschwand am Mondsee fiel ein Baum auf ein Haus, was einen dreistündigen Feuerwehreinsatz auslöste.

Auch im Bezirk Gmunden führte der orkanartige Sturm zu zahlreichen Problemen. In Gosau löste sich gestern kurz nach drei Uhr Früh aufgrund der Witterung ein Felsbrocken im Bereich der Gosau-Vordertalstraße. Die etwa zwei Tonnen schwere Gesteinsmasse blockierte die rechte Fahrspur in Richtung Bad Goisern. Aufgrund der Lage des Gesteins im Kurvenausgang musste die Straße gesperrt werden. Auch im Bereich der Pass-Gschütt-Bundesstraße kam es zu Felsabbrüchen.

In der Bezirkshauptstadt Gmunden riss der Wind Teile des Daches an der Neuen Mittelschule ab, in Oberweis stürzte ein Baum in eine Stromleitung. Die Traunsee-Tram-Verbindung zwischen den Stationen Gmunden-Engelhof und Gschwandt-Rabesberg war unterbrochen.

21,7 Grad am späten Abend

Die Sturmnacht führte auch zu einer rekordverdächtigen Wetterkapriole, wie der Seewalchner Meteorologe Christian Brandstätter (METEO-data) berichtet: "Innerhalb kürzester Zeit schnellte die Temperatur auf bis zu +22 Grad. So wurden in Seewalchen um 22.10 Uhr 21,7 Grad erreicht, ein absoluter Rekordwert für eine nächtliche Temperatur im Oktober."

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Artikel 01. November 2018 - 15:32 Uhr
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