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Der Bio-Bauer mit dem Granit-Tick

GUTAU. Christian Prückl hat vor 15 Jahren die Bildhauerei für sich entdeckt. Seine bis zu 50 Tonnen schweren Skulpturen hauchen Granitfindlingen Leben ein.

Der Bio-Bauer mit dem Granit-Tick

Umgeben von Granitsteinen ist Prückl ganz bei sich. Bei seinen Steinen kommt er zur Ruhe. Bild: privat

Eigentlich hätte Christian Prückl auf seinem 19 Hektar großen Hof mit der Mutterkuhhaltung genügend Arbeit. Trotzdem schafft er auch in seiner Freizeit Großes. Prückl ist Bildhauer. "Ich habe schon ewig einen Stein-Tick. Der Granit lässt mich nicht los", sagt der 54-jährige vierfache Vater.

Sein Bruder schenkte ihm vor knapp 15 Jahren ein Seminar beim Linzer Bildhauer Claudius Aigner. Danach war es um Prückl geschehen. Weitere Seminare folgten und langsam verwandelte sich sein Hof in Neustadt bei Gutau in eine Freiluftausstellung.

Mit Flex und Lufthammer

Steinblöcken, die Jahrtausende lang einen scheinbar unverrückbaren Platz in der Natur hatten, haucht er Leben ein. Er bearbeitet sie mit Flex und Lufthammer, verziert sie mit Glasperlen und Windspielen und gibt den Blöcken so eine ungeahnte Leichtigkeit. Seine Werke strahlen Ruhe aus. Sein Zugang zur Bildhauerei ist spirituell geprägt. "Ich musste geboren werden, um mit Steinen arbeiten zu können", schreibt er auf seiner Homepage.

Der Bio-Bauer mit dem Granit-Tick

Seine kleinsten Skulpturen bringen gerade einmal fünf Kilogramm auf die Waage. Prückl wagt sich aber auch an Giganten. Das Gewicht seines größten Werkes schätzt er auf 50 Tonnen. Es ist ein überdimensionaler Steintisch aus vier tonnenschweren Findlingen. Der Tisch wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Mit einem Kranwagen ließ er damals die Steine aus Liebenau anliefern. "Ich habe einen Vogel, der braucht ab und zu Wasser, sonst stirbt er ja", sagt er und lacht laut. Zu seinem 50. Geburtstag schenkte er sich selbst ein Steinlabyrinth mit 14 Metern Durchmesser.

Der Bio-Bauer mit dem Granit-Tick

Als die OÖNachrichten Prückl telefonisch erreichen, ist er gerade im Steinwald bei Sandl unterwegs, um – wie sollte es auch anders sein – neue Steine für seine Arbeiten zu suchen. Für ihn ist es eine Schatzsuche.

Prückl träumt – sowie die meisten Künstler – davon, mit seiner Kunst so viel zu verdienen, dass er davon leben kann. Aber auch falls das nicht klappen sollte, wird er weitermachen. Denn Prückl wäre ohne seine geliebten Steine nur noch ein halber Mensch.

Die "Galerie" von Christian Prückl finden Sie rund um seinen Bauernhof in Neustadt 4 bei Gutau. Von 7 bis 21 Uhr können Prückls Findlinge dort bestaunt werden. Im Internet finden Sie seine Werke auf www.findling-skulpturen.at

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Artikel Philipp Hirsch 02. Dezember 2014 - 05:22 Uhr
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