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Innviertel

Viele "Führerschein-Sünder" wechseln kurz vor Kontrolle auf Beifahrersitz

17. Januar 2022 01:20 Uhr

Viele "Führerschein-Sünder" wechseln kurz vor Kontrolle auf Beifahrersitz
Kontrollen im Grenzgebiet bringen Einblick in das rollende Delinquenten-Geschehen.

SUBEN/PASSAU. Zahlreiche Täuschungsversuche vor deutscher Kontrollstelle an der Autobahn bei Suben.

Gefälschter Führerschein, ungültiger Führerschein, gar kein Führerschein, ohne Kfz-Versicherung unterwegs: Bei Kontrollen an der Autobahn im Grenzgebiet zum Innviertel sind in den vergangenen Tagen erneut viele Delikte aufgeflogen. Deutsche Polizisten beobachteten in den vergangenen Tagen gleich mehrmals, dass die Pkw-Insassen auf den Vordersitzen kurz vor der Grenzkontrollstelle in der Nähe von Suben die Plätze tauschten. Bei näherer Prüfung wurde der jeweilige Grund schnell klar. Die ursprünglichen Fahrer hatten keinen Führerschein.

Platztausch-Tricks gescheitert

Erwischt wurden unter anderem ein 33-jähriger Ungar und ein 34-jähriger Kosovare. Auch gegen die jeweiligen Mitfahrer, welche die Plätze mit den Männern getauscht hatten, wurde ein Strafverfahren eingeleitet – wegen versuchter Strafvereitelung. Bei einem 53-jährigen "Platz-Tauscher" aus Rumänien ergab die Kontrolle, dass der Mann wegen einer Trunkenheitsfahrt in Rumänien bereits seinen Führerschein abgeben musste.

Auch ein Kosovare, dessen Führerschein in Deutschland seine Gültigkeit bereits verloren hat, tauschte kurz vor der Kontrolle mit seinem Beifahrer die Sitzplätze – ebenso wie ein Ungar, der überhaupt noch nie einen Führerschein besessen hat.

In einem weiteren Fall stellte sich heraus, dass gegen den 30-jährigen Lenker aus Serbien ein Fahrverbot besteht. Ein totalgefälschter moldawischer Führerschein fand sich bei einem Pkw-Insassen aus Moldawien, der allerdings nur mitgereist war.

Bei der Kontrolle eines Lenkers aus Bulgarien stellte sich heraus, dass diesem vor kurzem die Fahrerlaubnis durch eine Staatsanwaltschaft aus Baden-Württemberg entzogen worden war. Die Kontrolle eines Rumänen ergab, dass der 24-Jährige ein bereits rechtskräftig gewordenes Fahrverbot nicht angetreten und somit ohne Berechtigung ein Fahrzeug in Deutschland geführt hatte, so die Polizei.

Gar keinen Führerschein hat ein 43-jähriger Rumäne, der am Steuer eines Kleintransporters erwischt wurde. Mit einem gefälschten Führerschein unterwegs war ein 34-jähriger Türke, und einem kontrollierten 35-jährigen Ungarn war der Führerschein bereits entzogen worden.

Ohne Kfz-Versicherung

Bei der Überprüfung eines Pkw aus Norddeutschland stellten Beamte der Bundespolizei fest, dass das Fahrzeug bereits seit einem Jahr keine gültige Haftpflichtversicherung mehr hat.

Das Auto wurde "entstempelt", der Halter angezeigt. Auch bei einem durch einen Moldawier gelenkten, in Frankreich angemeldeten Pkw stellte sich heraus, dass das Fahrzeug nicht versichert ist.

Am selben Tag wurde ein weiterer Moldawier in einem Auto ohne Haftpflichtversicherung erwischt. Bereits zur Zwangs-Entstempelung ausgeschrieben war das Auto eines erwischten 36-jährigen Kroaten.

Wegen Urkundenfälschung per internationalem Haftbefehl gesucht war schließlich ein 47-jähriger Rumäne, der bayerischen Fahndern kurz vor der Grenze zum Innviertel ins Netz ging. Der Rumäne war in seiner Heimat gesucht, er wurde festgenommen und in Auslieferungshaft genommen. (sedi)

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