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Innviertel

SVR: Heraf und sein Erfolgskonzept im Abstiegskampf

Von Thomas Streif  11. Mai 2021 04:37 Uhr

 SVR: Heraf und  sein Erfolgskonzept im Abstiegskampf
Rieds Cheftrainer Andreas Heraf hat mit seiner Mannschaft die Trendwende geschafft.

Vieles deutet auf eine Vertragsverlängerung mit dem Trainer der SV Ried hin

Spielt die SV Guntamatic Ried nach dem hart erkämpften Aufstieg auch in der Saison 2021/2022 in der Fußball-Bundesliga? Diese Frage könnte heute gegen 20.30 Uhr nach dem Schlusspfiff beim Heimspiel gegen Admira Wacker endgültig geklärt sein.

Drei Runden vor Schluss benötigen die Rieder maximal noch einen Punkt, um den Klassenerhalt zu fixieren. Diesen jedoch auch nur, wenn Schlusslicht St. Pölten die drei noch ausbleibenden Spiele für sich entscheidet, wovon nicht auszugehen ist. Mit einem Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage der Austria im Spitzenspiel gegen Hartberg würde der Sprung auf den zweiten Platz gelingen. Für Ried könnte es also bald heißen: raus aus dem Abstiegskampf und rein in den Kampf um ein Europapokal-Ticket.

Ein echter "Trainereffekt"

Davon will Andreas Heraf aber noch nichts hören, zuerst müsse man den Klassenerhalt endgültig fixieren, dann könne man sich neue Ziele setzen. Seit Heraf das Team nach zehn sieglosen Spielen in Serie vor dem Qualifikationsdurchgang übernommen hat, ist der Erfolg nach Ried zurückgekehrt. Drei Siege, vier Unentschieden hat die SVR seither geholt. Das viel strapazierte Wort "Trainereffekt" – kaum war es angebrachter als hier.

Herafs Herangehensweise war und ist für den Abstiegskampf goldrichtig: Am wichtigsten ist eine kompakte Defensive. Offensiv setzt man auf ein schnelles Umschaltspiel und Standardsituationen, die im Training akribisch geübt werden. Dazu zählen einstudierte Einwürfe, Freistöße und Eckbälle, die zuletzt gegen St. Pölten und Hartberg zu Torerfolgen führten.

Kompaktes Kollektiv

Während des Spiels gibt der 53-Jährige seinen Spielern ganz genaue Anweisungen. Sein Risiko in den Spielen gegen die Austria und Hartberg, in denen er zahlreiche Stammspieler schonte, hat sich ausgezahlt. Gegen die SV Ried zu spielen sei aufgrund der defensiven Kompaktheit äußerst schwer, sagte Hartbergs Trainer Markus Schopp. Ähnlich äußerten sich zuletzt auch andere Trainer über die taktische Ausrichtung des Aufsteigers. Es sei ihm bewusst, dass der Spielstil seiner Mannschaft derzeit nicht immer schön anzusehen sei, er wolle in Ried aber "keine Katastrophe haben", sagte Heraf nach dem so wichtigen 2:1-Erfolg gegen St. Pölten. Nachdem er als Co-Trainer von Gerald Baumgartner beim Aufstieg dabei gewesen sei, wisse er, wie wichtig Bundesliga-Fußball für die Region und die Menschen sei. Diesem Ziel sei daher alles unterzuordnen.

Trotzdem ist darüber, ob Herafs Vertrag in Ried verlängert wird, noch nichts entschieden, zumindest nicht offiziell. "Ich wünsche es mir und hoffe, aber es ist nicht meine Entscheidung. Ich würde sehr gerne hier bleiben, die SV Ried ist ein toller Verein", sagte Heraf am Wochenende auf die Frage, ob er davon ausgehe, in der kommenden Saison weiterhin auf der Trainerbank zu sitzen. Ausgemacht wurde, dass man sich dann zusammensetzt, wenn der Klassenerhalt in trockenen Tüchern ist. Das könnte bereits heute Abend sein. Wenn der Nichtabstieg fixiert ist, wird es sehr rasch Gespräche geben. Am Kader für die kommende Saison wird bereits intensiv gearbeitet. Alles andere als eine weitere Zusammenarbeit mit Heraf käme überraschend.

Bald werden in den Stadien endlich wieder Zuschauer erlaubt sein, neben dem Ergebnis geht es dann auch wieder mehr um attraktiven Fußball. In Ried wird es nach der Saison einmal mehr einen Umbruch des viel zu großen Kaders geben. Die Zusammenstellung fällt in erster Linie in den Kompetenzbereich von Sportkoordinator Wolfgang Fiala und dem Cheftrainer. Die wirtschaftlichen Fäden ziehen Geschäftsführer Rainer Wöllinger und der Vorstand.

Einen Mittelweg finden

Es ist nicht davon auszugehen, dass Heraf bei einem wahrscheinlichen Verbleib von heute auf morgen sein Defensivkonzept über den Haufen werfen würde.

Eines ist klar: Ohne Erfolg ist Profifußball nicht möglich, aber zu einem gewissen Teil dient der Fußball der Unterhaltung für die Fans. Hier wird man in Ried einen Mittelweg finden müssen. Der Verein wird ein Stück weit vom Anspruch, offensiven und attraktiven Fußball zu spielen, wegkommen müssen, obwohl man natürlich die langfristige spielerische Weiterentwicklung verfolgen muss. Herafs taktische Ausrichtung wiederum sollte – zumindest im Grunddurchgang – etwas offensiver angesetzt werden.

Für die Fans zählen vor allem die oft zitierten "Rieder Tugenden", wie Kampf, Leidenschaft und Herzblut. Diese Tugenden scheint Heraf gut zu verkörpern, daher wäre die Fortsetzung der Zusammenarbeit die logische und auch richtige Lösung.

Artikel von

Thomas Streif

Lokalredakteur Innviertel

Thomas Streif
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