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Startschuss für Bio-Heizkraftwerk 5000 Tonnen Stickstoff weniger

SCHÄRDING. Nach dem Winter ist vor dem Winter: Grund genug für ein Mühlviertler Unternehmen in Schärding ein Biomasseheizwerk zu errichten. Ein Projekt, das nicht nur auf Zustimmung stößt.

Startschuss für Bio-Heizkraftwerk 5000 Tonnen Stickstoff weniger

400 Haushalte können durch das Heizwerk mit Naturwärme versorgt werden. Bild: Wodicka

Pläne, Bewilligungen und Verträge mit künftigen Holzlieferanten sind auf Schiene, jetzt fahren die Bagger für ein Biomasseheizkraftwerk auf. Wie berichtet, soll es auf der Wiese neben dem Bienenkorb, gegenüber des Lagerhauses entstehen. Durch den Einsatz von 30.000 Schüttraummetern Hackschnitzel sollen rund 5000 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr eingespart werden. Der Biomassekessel hat eine Leistung von vorerst 3000 Kilowatt. Im Endausbau produziert die Anlage umweltfreundliche Fernwärme in der Größenordnung von 17.000 Megawattstunden pro Jahr. Insgesamt können damit rund 400 Haushalte mit Naturwärme versorgt werden.

Das Fernwärmenetz soll eine Länge von fünf Kilometer haben und vom Standort über das Krankenhaus bis zur Innenstadt führen, wenngleich der Stadtplatz nicht aufgegraben werden soll. Wer als Kunde in Frage kommt? „Besonders interessant ist der Anschluss für Gewerbebetriebe, Hotels und öffentliche Gebäude wie das Krankenhaus oder Schulen, aber auch für private Haushalte entlang der Trasse“, sagt Michael Kovarik auf OÖN-Anfrage. Vorgespräche mit künftigen Abnehmern würden bereits laufen. Zu welchen Konditionen ein Anschluss möglich ist, sei variabel, zumal die Rahmenbedingungen – etwa der Abstand zur Trasse – unterschiedlich sein können. „Generell ist aber die Versorgung durch Fernwärme aus Biomasse günstiger als die Versorgung durch Erdgas.“ Investiert werden 3,8 Millionen Euro. Schon im Herbst sollen die ersten Schärdinger Häuser mit Wärme aus dem Werk versorgt werden.

Das Projekt hat allerdings nicht nur Befürworter. OÖN-Leser kennen die Vorgeschichte: Die Verantwortlichen des Regionalverbandes Sauwald fühlen sich vor den Kopf gestoßen, zumal sie für denselben Standort ähnliche Pläne verfolgen. Was sie im Umsetzungsprozess lähmt, ist eine Machbarkeitsstudie. Immerhin wolle man beim Biomasse-Projekt des Regionalverbands nicht nur Wärme, sondern auch Strom gewinnen.

Gemutmaßt wurde, dass aus Billigländern Hackschnitzel herbeigekarrt werden und so das Preisniveau der heimischen Bauern gedrückt werden könnte. Dem sei – laut B3 Energie – nicht so, zumal das Holz aus Fördergründen aus dem Umkreis von 50 Kilometern kommen muss. Die Geschäftsführer Peter Gerlinger und Herbert Brandner: „Wir setzen dabei besonders auf Biomasse aus der Region.“

Übrigens: Bei der Verbrennung von Biomasse wird so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen während des Wachstums aufgenommen haben, sodass Hackschnitzel als CO2-neutral bezeichnet werden.

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Artikel Martina Weidenholzer 10. März 2011 - 00:04 Uhr
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