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Innviertler spürte schon sieben Neutronensterne im All auf

BRAUNAU. Auf dem Dach der HTL Braunau steht eine der leistungsstärksten Parabolspiegelanlagen Österreichs.

Innviertler spürte schon sieben schnell rotierende Neutronensterne im All auf

Das Stöbern im Universum ist mehr als ein Hobby für Johannes Fasching. Bild: HTL

Johannes Fasching beschäftigt sich erfolgreich mit Radioastronomie. "Das ist ein relativ junger Wissenschaftszweig, bei dem Objekte des Universums mit Hilfe der von ihnen abgegebenen Strahlung im Radiowellenbereich untersucht werden", erklärt der Braunauer HTL-Professor.

Der Innviertler hat auf dem Dach der Tüftlerschmiede einen selbst konstruierten und gebauten Parabolspiegel installiert, mit dem er im All auf der Suche nach schnell rotierenden Neutronensternen – sogenannten Pulsaren – ist. "Manche Bereiche des Weltalls sind für optische Teleskope wegen interstellarer Materie weniger durchsichtig als für Radiowellen, für die ja auch Tageslicht oder Wolken kein Hindernis darstellen", erklärt der Diplom-Ingenieur, den vor allem Pulsare interessieren, die nach einer Supernova-Explosion entstehen können.

Wie Kerzenlicht auf dem Mond

"Allerdings sind die auf der Erde ankommenden Impulse extrem schwach, der erste Pulsar wurde erst vor 50 Jahren eher zufällig entdeckt. Die Strahlung entspricht etwa der eines Kerzenlichts auf dem Mond", schildert der Techniker.

"Um die Impulse hörbar zu machen, benötigt man einen Parabolspiegel mit 100 Meter Durchmesser. Dies ist somit nur mit den weltweit größten Radioteleskopen möglich", verdeutlicht Fasching.

Mit dem Parabolspiegel der HTL Braunau, der einen Durchmesser von 7,3 Meter hat, lassen sich die Impulse des Neutronensterns sichtbar machen, in dem ähnlich wie bei der Langzeitbelichtung eines Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen gearbeitet wird.

"Man richtet die Antenne auf die vorausberechnete Position des Pulsars, folgt der Bewegung des Sterns bis zu einige Stunden lang und speichert das aufgenommene Signal auf dem PC ab. Anschließend erfolgt eine Nachbearbeitung mit spezieller Software, mit deren Hilfe Störungen und frequenzabhängige Phasenverschiebungen herausgefiltert werden müssen. Schlussendlich kann man den Pulsar orten, dessen Signal ähnlich einem Leuchtturm etwa im Sekundenrhythmus die Erde trifft", sagt der HTL-Professor.

Fasching konnte mit seiner Anlage bereits sieben Pulsare eindeutig identifizieren. "Den stärksten in unseren Breiten aufnehmbaren Pulsar B0329+54, der 3460 Lichtjahre entfernt und etwa fünf Millionen Jahre alt ist, können wir bei jedem Versuch problemlos erfassen", so der Pädagoge, dessen Anlage zur Zeit die einzige in Österreich sein dürfte, mit der Radioastronomie in gehobenerem Bereich betrieben werden kann. (ho)

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Artikel 20. Februar 2017 - 00:05 Uhr
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