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Oberösterreich

Raucherjäger im OÖN-Chat: „Staat hat Schutzaufgabe!“

09. Februar 2011 00:04 Uhr

Raucherjäger im OÖN-Chat: „Staat hat Schutzaufgabe!“
Sebastian Frankenberger beim Chat in der OÖN-Redaktion.

SCHÄRDING. Bayerns Nichtraucher-Aktivist Sebastian Frankenberger erweitert seinen Aktionsradius. Wie berichtet, wurde er von einer Agentur engagiert, um auch in Österreich die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Rauchverbot in Lokalen zu schaffen. Gestern stand der Passauer Politiker im OÖN-Chat in Schärding Rede und Antwort.

 

Trotz der Brisanz des Themas war Sebastian Frankenberger vom Niveau der Chatter sehr angetan. Keiner wurde untergriffig, und keiner ritt persönliche Attacken gegen den bayerischen Antiraucher-Aktivisten.

Auf die schmeichelhafte Tour kam dem Passauer Auch-Notfallseelsorger jedoch auch niemand. „Was ermächtigt Sie, in Österreich aktiv zu werden?“, wollte Chat-Gast 4752 wissen. Frankenbergers Antwort: „Zum einen hat bei mir schon vor einem Jahr eine Initiative angefragt, ob ich nicht etwas Unterstützung leisten könnte, rein strategisch und organisatorisch. Das würde ich übrigens für alle Initiativen machen, die ich politisch unterstützenswert finde. Zum anderen arbeite ich in Linz und Oberösterreich als Fremdenführer und darf häufig mit meinen Gruppen zum Essen gehen. Und dabei muss ich leider oft Rauch einatmen.“

Nachdenk-Phasen brauchte Frankenberger nicht. Seine Antworten kamen rasch und präzise. Auch auf den Einwand von Gast 3045, dass Verbote nicht automatisch zu weniger Rauchen führen würden, sondern häufig sogar die gegenteilige Wirkung, insbesondere bei Jugendlichen, hätten. „Alle Studien in Staaten, in denen in der Gastronomie ein konsequenter Nichtraucherschutz eingeführt wurde wie in Italien und Spanien, besagen genau etwas anderes. Die Anzahl der rauchenden Jugendlichen sinkt dort massiv“, so Frankenberger.

Gast 3045 konfrontierte den Raucherjäger mit einer Studie, derzufolge angeblich 74 Prozent aller Österreicher mit dem derzeitigen Nichtraucherschutz zufrieden seien und dass offenbar 56 Prozent der Nichtraucher die momentane Regelung besser als ein generelles Rauchverbot finden würden.

Frankenberger ließ sich auf diese Zahlenspiele erst gar nicht ein, sondern stellte nüchtern fest: „Gesundheitsschutz und Jugendprävention sollten absoluten Vorrang haben. Diese machen auch nicht vor Ländergrenzen halt. Es ist die Aufgabe des Staates, die zu schützen, die durch Passivität betroffen sind.“

Steuern wir nicht auf einen Verbotsstaat, auf amerikanische Verhältnisse zu, fragte 2smoke. Die Antwort des Bayern: „Es gibt keine Gesellschaft ohne Normen und Gesetze. Und wir steuern auch nicht auf einen Verbotsstaat zu, denn sonst würden die Verfassungsrichter aktiv werden.“ (ho/weid)

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