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Oberösterreich

Norbert Schiessl: Er lief in acht Tagen 665 Kilometer

Der Innviertler Ultraläufer Norbert Schiessl bewältigte Tortur-Bewerb.

„Ich habe an den Füßen immer noch offene Wunden. Mein Arzt, der selbst Weitwanderer ist, sagt, das ist unmenschlich.“ Norbert Schiessl, 47-jähriger Lokführer und Ultraläufer aus der Innviertler Gemeinde Geinberg Bild: privat

Im Laufen 665 Kilometer und 23.400 Höhenmeter in maximal acht Tagen – exakt 192 Stunden – zurücklegen: unmenschlich, aber machbar. Norbert Schiessl aus der Innviertler Gemeinde Geinberg ist der bislang erste Teilnehmer aus Österreich, der das im Rahmen des bayerischen Goldsteig-Laufs geforderte Limit erbracht hat. 33 Starter stellten sich der Tortur, 13 kamen in der erwünschten Zeit ins Ziel. „Ich war der Dreizehnte. Es geht aber nicht um die Platzierung, sondern ums Schaffen“, sagt der 47-jährige Ultraläufer und Lokführer.

Am 22. September war die Plagerei überstanden, freilich nicht ohne Spuren. „Ich habe an den Füßen immer noch offene Wunden. Mein Arzt, der selbst Weitwanderer ist, sagt, das ist unmenschlich.“ In den 192 Stunden, in denen die 665 Kilometer zu laufen waren, hat Norbert Schiessl insgesamt nur zehn Stunden geschlafen. „Jeweils eine Stunde lang, dann ging’s wieder. Das schafft man mit positiver Energie, 80 Prozent entscheidet der Kopf. Ich habe mit den Blasen in den Schuhen geredet. Ich sagte ihnen, sie sind ein Teil und ich bin der andere Teil. Und ich sagte den Blasen, dass wir uns bis zum Ziel vertragen, dann lasse ich sie in Ruhe. Es sind enorme Schmerzen.“

Ein Rennen beginnt erst ab 80 Kilometern so richtig, sagt der Ultraläufer, der heuer die „100 Meilen von Istrien“ in einer Zeit unter 30 Stunden absolviert hat. Norbert Schiessl ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der Innviertler läuft und läuft – und bläst anderen den Marsch. „Ich bin Trompeter bei der Geinberger Ortsmusik.“

Er sei topfit, so Schiessl, der sich auf den Extremlauf in Bayern über 2700 Kilometer und 70.000 Höhenmeter vorbereitet hat. „Bei uns zu Hause in der Umgebung.“ Mitunter sind beim Ultramann auch geringere Distanzen im Spiel. „Bei einem Lauf in Simbach war ich mit meiner Tochter über fünf Kilometer am Start“, so Schiessl mit einem Augenzwinkern.

Ob er noch einmal 665 Kilometer in acht Tagen absolvieren will? „Das war am äußersten Limit. Künftig werden es eher Läufe über zwei oder drei Tage werden.“

 

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Artikel Dieter Seitl 01. Oktober 2018 - 00:04 Uhr
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