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Oberösterreich

Kleinkrieg in Linz: Bettler prügeln Sandler aus Quartieren

Von Von Erik Famler   02. Oktober 2010 00:04 Uhr

Kleinkrieg in Linz: Bettler prügeln Sandler aus Quartieren
"Wir haben 20 Überfälle dokumentiert und der Polizei gemeldet." E. Achleitner, B37-Geschäftsführer

LINZ. In der Linzer Bettler- und Obdachlosenszene herrscht ein blutiger Kleinkrieg. Die Opfer sind meist heimische Sandler, die von osteuropäischen Bettlerbanden überfallen und aus ihren Quartieren geprügelt werden.

Ernst Achleitner, Geschäftsführer des Sozialvereins B37 in Linz, macht sich ernsthafte Sorgen. Seine Schützlinge sind seit mehr als zwei Jahren dem Terror auswärtiger Bettlerbanden ausgesetzt: „Ganz schlimm war es in den Sommermonaten.

Wir haben 20 Übergriffe dokumentiert und der Polizei gemeldet. In sämtlichen Fällen sind die Opfer unsere Klienten“, sagt Achleitner. Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen heimischen Sandlern und ausländischen Bettlern enden nicht selten mit schweren Verletzungen.

Überfall knapp überlebt

Das Opfer eines besonders gewalttätigen Überfalles wurde ein psychisch kranker Obdachloser, der mit mehreren Rippenbrüchen, einem Leberriss und einer Lungenfellverletzung nur knapp überlebte.

Der B37-Geschäftsführer spricht von verängstigten und in die Enge getriebenen Menschen: „Mir ist es ein Anliegen, dass die Bevölkerung zwischen einem Kupfermuckn-Verkäufer und einem Profi-Bettler unterscheidet. Unsere Leute sind harmlos. Sie schnorren vielleicht einmal ein altes ,Muatterl‘ um Geld an.“

Gegen die organisierten Bettlerbanden sind die zirka 60 auf der Straße lebenden heimischen Sandler ohne Chance: „Aus ihren Quartieren wurden sie von denen mit Gewalt vertrieben. Ihre letzte Dependance ist jetzt eine Absteige in der Kaisergasse. Alle anderen Schlafplätze wurden von der ausländischen Konkurrenz in Beschlag genommen“, sagt Ernst Achleitner.

Der Linzer Polizei sind die Übergriffe bekannt: „Mit den Beamten haben wir das beste Einvernehmen“, sagt der B37-Geschäftsführer. Die Aufklärung der Überfälle sei aber schwierig. Die Opfer sind meist beeinträchtigt. Sie liefern daher keine brauchbaren Hinweise zur Ausforschung der Täter.

Schutz finden die Linzer Obdachlosen in einer Notschlafstelle in der Anastasius-Grün-Straße: „Dort sind auch noch Plätze frei.“ Trotz erhöhter Gefährdung bleiben aber viele Sandler auf der Straße: „Sie fühlen sich nicht wohl unter einem festen Dach“, erklärt Achleitner.

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