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Oberösterreich

„Foco ist mir dann einfach davongelaufen“

LINZ. Einen derartigen Großalarm der Polizei hatte Linz bisher kaum erlebt: Am 27. April 1995 flüchtete (der damals noch wegen Mordes verurteilte) Tibor Foco von einem Studienausgang von der Linzer Uni. Er ist bis heute verschwunden.

„Foco ist mir dann einfach davongelaufen“

Auf einem Motorrad dieses Typs flüchtete Foco Bild: APA

„Alle verfügbaren Kräfte im Norden. Sie fahren Einsatz zu Universität Linz. Dort ist der Häftling Tibor Foco soeben geflüchtet.“ Mit dieser Funkmeldung der Leitstelle „Donau“ der Linzer Polizei begann um 8.45 Uhr der Großalarm.

„Wir haben sofort auch aus unserer Sicht gefährdete Personen aufgesucht, um diese zu beschützen, weil wir nicht wussten, was der Mann vorhat“, erinnert sich ein Einsatzleiter der Polizei. Gefährdete: Das waren eine Sachverständige, die kurz zuvor ein Foco belastendes Gutachten erstellt hatte, ein Richter, Zeitungsredaktionen und Journalisten.

„Erst später begriffen wir, dass das Ziel Focos nicht ein Racheakt, sondern lediglich die Flucht war“, sagen Beamte. Die Flucht war seit Monaten minutiös vorbereitet worden: Ein Motorrad stand in einem Schuppen bereit, den Schlüssel dazu hatte Foco bereits bei einem Besuch einer Bekannten in der Haftanstalt Stein erhalten. Er wartete nur darauf, wieder einmal zu einer Jus-Prüfung ausgeführt zu werden. Ungefesselt, denn er hatte bereits lange das Vertrauen des Beamten.

Dieses Vertrauen missbrauchte Foco an diesem Freitag brutal: Kurz vor 8.30 Uhr, vor Beginn einer mehrere Stunden dauernden Zivilprozessrechts-Veranstaltung im Seminarraum 312, besuchte er noch die Toilette im Erdgeschoß des Unigebäudes. Danach machten sich Foco und sein Bewacher auf den Weg zur Lehrveranstaltung im dritten Stock des Juridicums.

Im Erdgeschoß bog der Häftling, der keine Handschellen tragen musste, plötzlich vor dem Hörsaal 1 ab, sein Bewacher hinter ihm. Foco ging aber blitzschnell um einen Paravent am Eingang herum, lief bei einem zweiten Ausgang sofort wieder aus dem Lehrsaal hinaus und tauchte im morgendlichen Wirbel auf der Uni unter. Nur siebeneinhalb Minuten später schon saß Foco auf einer vorbereiteten 230 km/h schnellen, schwarzen Kawasaki „Ninja“ und war entschwunden.

Sein Bewacher suchte ihn dann noch einige Minuten, musste aber einsehen, düpiert worden zu sein. Da verständigte er die Polizei: „Foco ist mir entkommen.“

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Artikel 24. April 2010 - 00:04 Uhr
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