Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Mittwoch, 21. November 2018, 11:28 Uhr

Linz: 4°C Ort wählen »
 
Mittwoch, 21. November 2018, 11:28 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

„Fall Foco“: Die Chronik eines unendlichen Justizdramas

LINZ. Seit nunmehr 22 Jahren beschäftigt der Mord an Elfriede Hochgatter (23) Polizei und Justiz. Die Chronik einer schier endlosen Geschichte.

Es beginnt am 13. März 1986, als gegen 6.50 Uhr die Leiche von Elfriede Hochgatter neben den Gleisen der Westbahn im Bereich des Barbara-Friedhofes in Linz aufgefunden wird. Die junge Frau war brutal misshandelt und durch einen Schuss ins Gesicht regelrecht hingerichtet worden. Rund 200 Meter vom Fundort der Leiche befindet sich der ehemalige Arbeitsplatz des Mordopfers (ein Bordell), aber auch das Rotlichtlokal „Bunny“ in der Goethestraße.

Am 14. März werden der Inhaber des „Bunny“, Tibor Foco (30), und zwei seiner Prostituierten (19 und 22 Jahre) festgenommen.

Foco beteuert, weder mit dem Lokal noch mit dem Mord etwas zu tun zu haben. Die 22-Jährige erklärt schließlich nach tagelangem Verhör und mehreren Versionen: Sie sei beim Mord an Hochgatter dabei gewesen und sei von Foco zum tödlichen Schuss gezwungen worden. Nach einem Monat nennt die 22-Jährige einen weiteren Mittäter, dieser wird am 11. April verhaftet. Am 31. März 1987 wird Foco zu lebenslanger Haft, der angebliche Komplize zu 18 Jahren verurteilt. Die 22-Jährige wird wegen „entschuldigenden Notstandes“ freigesprochen.

Tibor Foco beginnt in der Haft Jus zu studieren und stellt drei Wiederaufnahmeanträge, die allerdings alle abgelehnt werden.

Im Juni 1992 ist der angebliche Mittäter wieder frei, die Belastungszeugin sei unglaubwürdig. Die 22-Jährige widerruft am 5. März 1993 ihre Foco belastenden Aussagen. Sie behauptet, von der Polizei massiv gefoltert worden zu sein.

Am 27. April 1995 flüchtet Tibor Foco bei einem Freigang an die Linzer Universität.

Der angebliche Mittäter wird am 29. August 1996 mit 5:3 Stimmen in einem neuen Prozess freigesprochen, auch Tibor Foco erhält damit 1997 ein neues Verfahren.

Am 27. Juni 2000 bringt die Staatsanwaltschaft Linz eine neue Anklage gegen Tibor Foco wegen des Verdachtes des Mordes ein.

Kommentare anzeigen »
Artikel 01. Dezember 2008 - 00:00 Uhr
Mehr Oberösterreich

"Ich will wieder ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben führen"

GASPOLTSHOFEN. OÖN-Christkindl hilft Adi Landgraf, der Spastiker ist und um seinen wertvollsten Besitz trauert

"Gut, wichtig und richtig sind die Schritte, die unser Bischof hier setzt"

LINZ. Umbruch in der Kirche: Reaktionen aus den Pfarrgemeinden zum "Zukunftsweg"

Sicher sechs Richtige? "Da müsste man ewig spielen"

LINZ. Statistiker Quatember zu den Chancen auf den Siebenfach-Jackpot.

Innviertler starb bei Kollision in Bayern

MARKTL. Ein tödlicher Verkehrsunfall hat sich am Dienstagabend auf der B20 in der Nähe von Marktl am Inn ...

Nach Unfall: Mopedfahrer lag eine Stunde verletzt im Gebüsch

PEUERBACH. Ein aufmerksamer Autofahrer entdeckte den 31-jährigen Mopedfahrer kurz nach halb sieben Uhr.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS