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Oberösterreich

Autohändler: "War dem Ganzen nicht gewachsen"

WELS. Der Angeklagte Jürgen S. zeigte am zweiten Prozesstag Einsicht.

Autohändler: „War dem Ganzen nicht gewachsen“

Jürgen S. hatte sich auf den Handel mit Luxusautos wie Maserati und Ferrari spezialisiert. Bild: privat

Eine Haftstrafe droht dem Luxusautohändler Jürgen S. Wie berichtet, muss sich der 40-Jährige aus dem Bezirk Vöcklabruck wegen des Verdachts der Veruntreuung, schweren gewerbsmäßigen Betrugs und betrügerischer Krida vor dem Landesgericht Wels verantworten.

Im Sommer waren zwei seiner Unternehmen in die Insolvenz geschlittert. Er hatte zuvor versucht zu expandieren. Als dies scheiterte, soll er mehrere Geldinstitute und seinen ehemaligen Geschäftspartner geprellt haben. Es entstand ein Schaden von mehreren Millionen Euro.

Auch am gestrigen zweiten Prozesstag ging es um die Verantwortung von S., der sich teilweise geständig zeigt. "Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass Sie das gleiche Auto gleich bei zwei Banken belehnt haben?", wollte die Staatsanwältin wissen. Acht Kiebitze, die es sich im rückwärtigen Teil des Saales auf gepolsterten Sesseln bequem gemacht hatten, lauschten den Erklärungsversuchen. "Das hätte in unserer Buchhaltung auffallen müssen, ich habe nur monatlich eine Liste über die belehnten Autos erhalten – wir hatten ja über 100 Fahrzeuge, da kann ich nicht alles wissen", rechtfertigte er sich.

"Bin kein Geschäftsmann"

S. ist sich seiner Verantwortung aber bewusst. "Ich bin Geschäftsführer und muss daher jetzt den Kopf hinhalten. Vorsätzlich ist das alles nicht passiert. Viele Irrtümer kamen erst durch die Konkurseröffnung ans Tageslicht – ich bin offensichtlich kein Geschäftsmann und war dem Ganzen nicht gewachsen." Der 40-Jährige hatte mehrere Ordner auf dem kleinen Tisch vor seinem Sessel, in denen er blätterte. Sein Anwalt riet ihm, die Unterlagen, darunter Kaufverträge, E-Mails und dergleichen, nicht zu den Akten zu geben – noch nicht.

"War Ihnen nicht bewusst, dass Sie konkursreif sind? Sie haben zwei Wochen vor Konkurseröffnung noch Kaufverträge gefälscht, um an Geld zu kommen", hakte die Staatsanwältin nach. "Mein Steuerberater hat mir im Mai noch versichert, dass wir nicht konkursreif sind, sondern nur ein Liquiditätsproblem haben. Wir haben ungefähr 20 Autos pro Monat verkauft. Aber wenn ich wieder zwei oder drei teure Autos verkauft habe, waren plötzlich wieder 600.000 Euro auf dem Konto", sagte S.

Der Prozess wird am 9. Februar fortgesetzt. Dann sollen 30 Zeugen gehört werden. (müf/mini)

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Artikel 17. Dezember 2016 - 00:04 Uhr
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