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Wacker Neuson profitiert vom weltweiten Bau-Boom

MÜNCHEN/HÖRSCHING. Größter Standort Hörsching hat Schlüsselrolle bei E-Antrieben.

Der vollelektrische Minibagger EZ17e wurde in Hörsching entwickelt und gefertigt. In drei Wochen wird er der Öffentlichkeit vorgestellt. Bild: Wacker Neuson

Wenn ein Konzernchef als einzigen negativen Punkt "weltweite Engpässe in der Lieferkette", also zu viele Aufträge zu beklagen hat, muss es ein gutes Jahr gewesen sein. Der Hersteller von Baugeräten und Kompaktmaschinen Wacker Neuson Group mit Sitz in München und größtem Produktionsstandort in Hörsching hat ein Rekordjahr hinter sich.

Der Umsatz stieg dank starker Nachfrage in der Bauwirtschaft – in allen Regionen und Geschäftsbereichen – um 11,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Weil man die Hausaufgaben bei Kosten und Ausbau des Vertriebs offenbar erledigt hat, schlug sich das mit einem kräftigen Gewinnplus von 22 Prozent auf 160 Millionen Euro (Ebit) nieder, teilte der Vorstandsvorsitzende der Gruppe, Martin Lehner, bei der Bilanzpräsentation am Donnerstag in München mit.

Das Werk in Hörsching, wo mehr als 1000 Mitarbeiter Bagger und Dumper fertigen, hat knapp ein Viertel zu Umsatz und Ergebnis beigetragen. Lehner geht davon aus, dass ein Umsatzplus von vier bis acht Prozent auch heuer drin sei, sowohl in Oberösterreich als auch in der Gruppe. Die Elektrifizierung und Digitalisierung der Baumaschinen sei in Hörsching ein großes Thema. Hier erwartet Lehner ein überproportionales Wachstum. In drei Wochen werden in München ein elektrisch betriebener Minibagger und ein kleiner E-Dumper, die in Hörsching entwickelt wurden, vorgestellt. Diese werden dann in Serie in Oberösterreich produziert. "Wir haben hier gegenüber dem Wettbewerb einige Jahre Vorsprung und verdienen ordentliche Preise", sagte Lehner im Gespräch mit den OÖNachrichten. Der Vorteil sei, dass man eine komplette Produktpalette mit E-Antrieben habe, nicht nur einzelne Modelle. Jetzt gehe es darum, Stückzahlen in den Markt zu bringen.

Der Standort in Hörsching wachse kontinuierlich. Der Konzern sucht zum Vorantreiben der Digitalisierung intensiv nach Mitarbeitern mit Software- und Elektronik-Know-how. (uru)

 

Fünf Fragen an Martin Lehner, Wacker Neuson Group CEO 

 

Konzernstrategie ist die Konzentration auf weniger Produktionsstandorte. Heuer wird Brasilien stillgelegt. Ist Österreich bzw. das Werk in Hörsching in irgendeiner Weise in Gefahr?

Wir unterhalten in Hörsching bei Linz ein Leitwerk des Konzerns mit mehr 1000 Mitarbeitern, wo Bagger und Dumper für den weltweiten Bedarf hergestellt werden und auch ein Forschungs- und Entwicklungszentrum angesiedelt ist. Der Standort agiert sehr erfolgreich und erwirtschaftet ca. 25 Prozent unseres Gesamtumsatzes.

Wie wird sich der Umsatz- und Ergebnisbeitrag von Hörsching/Österreich 2019 gestalten? Sie sprechen von 4-8 % Umsatzplus für heuer.

Wir gehen davon aus, dass sich das Wachstum in 2019 ähnlich wie im Gesamtkonzern gestalten wird.

Elektrifizierung: Ihr Ziel ist ca 15 Prozent der Antriebe sollen in ein paar Jahren e-Antriebe sein. Wie geht es Ihnen damit? Welche Rolle spielt hier wiederum Hörsching?

Elektrische Antriebe spielen auch für Maschinen, die am Standort Hörsching produziert werden, eine wichtige Rolle: Gerade Kompaktbagger und Dumper bieten eine gute Plattform, technische Möglichkeiten auszuloten und wir erwarten in den nächsten Jahren ein überproportionales Wachstum bei Produkten unserer zero emission Linie.

Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Maschinen war hoch. Wieso? Welchen Geschäftsanteil hat diese Sparte?

Das Geschäft mit landwirtschaftlichen Maschinen wuchs besonders stark. Die Kooperation der Konzerntochter Kramer mit dem US-amerikanischen Hersteller John Deere war ein wichtiger Grund für diese positive Entwicklung: Für unsere Kramer Maschinen zählt seit Ende 2017 in Europa John Deere zu unseren Vertriebspartnern, Bereits im ersten Kooperationsjahr überzeugten wir mehr als die Hälfte der Händler von der Qualität der Kramer Produkte und bauten unser Partnernetzwerk stark aus.

Dies und die bemerkenswerte Steigerung von Weidemann als etablierte Landwirtschaftsmarke führte zu einem Umsatzplus in dieser Sparte von 18,4 Prozent auf 256,0 Mio. Euro (2017: 216,2 Mio. Euro). Insgesamt erzielte die Landwirtschaft einen Anteil von rund 15 Prozent am Gesamtumsatz des Konzerns.

Gibt es für Hörsching Neuigkeiten?

Wir verzeichnen eine sehr große Nachfrage nach unserem neuen Dual View Dumper – ein Produkt, welches eng an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet ist: Bei dieser Maschine kann der Anwender dank drehbarer Steuerkonsole stets in Fahrtrichtung sitzen, was seine Arbeit deutlich sicherer macht. Die Konzeption des neuen Dumpers entstand in zahlreichen Workshops mit unseren Kunden aus Österreich und England überwiegend am Standort Hörsching. Dort wird der Dual View Dumper seit Anfang des Jahres auch produziert.

Ein weiterer positiver Faktor für den Standort Hörsching ist die OEM-Zusammenarbeit mit John Deere Construction & Forestry im Bereich Bagger.

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Artikel 15. März 2019 - 00:04 Uhr
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