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Nachhaltig investieren hat nichts mit Verzicht zu tun

LINZ. Vielen Anlegern ist es nicht mehr gleichgültig, wo ihr Geld landet. Sie wollen nachhaltig investieren, Ethik und Ökologie gewinnen an Bedeutung. Das Schöne dabei: Die Investoren müssen dabei nicht auf Rendite verzichten.

Nachhaltig investieren hat nichts mit Verzicht zu tun

Wind und Sonne gelten als die Energielieferanten der Zukunft. Das spricht für ein Investment in den jeweiligen Branchen. Bild: Reuters

Die professionellen Geldverwalter haben längst auf diesen Trend reagiert. Auch bei Oberösterreichs Banken fanden die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) ein reichhaltiges Angebot.

Neben zahlreichen Investmentfonds bieten etwa die Hypo Oberösterreich und die VKB-Bank auch nachhaltige Anleihen und Aktien von Unternehmen, die sich durch Umweltschutz, soziales Engagement und gute Unternehmensführung auszeichnen. Sowohl die Sparda Bank als auch die Volksbank Linz-Wels-Mühlviertel bieten ein Kapitalschutz-Zertifikat, das mit dem österreichischen Umweltzeichen versehen ist.

Bei der Bank Austria kann man seinen ökologischen Beitrag mit Abschluss eines „Wüstenrot-Bau(m)sparvertrags“ leisten: Für jeden Abschluss wird ein Baum zur Aufforstung des Regenwaldes gepflanzt.

„Ein Vergleich der einzelnen grünen Angebote ist aber schwer, da etwa die Fonds zahlreiche Auswahlkriterien und Themenschwerpunkte haben“, sagt Georg Rathwallner, Leiter der Abteilung Konsumentenschutz der AK.

Die Auswahl der Wertpapiere in Fonds kann beispielsweise durch Ausschlusskriterien erfolgen. Anleihen aus Ländern, die Kinderarbeit zulassen, die Todesstrafe anwenden oder Umwelt- und Klimaschutz ignorieren, kommen nicht in Frage. Aktien von Unternehmen, die ihr Geld mit Gentechnik, Atomenergie, Glücksspiel oder Waffen verdienen, haben ebenso im Fonds nichts verloren.

Klassiker Öko-Energie

Umgekehrt wählen Fonds oft nach Positiv-Kriterien aus. Unternehmen, die sich mit erneuerbarer Energie beschäftigen, kommen ebenso in diese Fonds wie Firmen, die sich der Gesundheit, Wasseraufbereitung oder Umwelt- und Bildungsdienstleistungen verschrieben haben.

Eher umstritten ist schon der so genannte „Best-in-Class-Ansatz“. Dabei wird keine Branche ausgeschlossen. Investiert wird in die „Besten der Klasse“, die innerhalb von heiklen Branchen mit gutem Beispiel vorangehen.

Vor „Mogelpackungen“ müssten die Anleger jetzt nicht mehr allzu viel Angst haben. „Die Überprüfung ist ziemlich gut“, sagt Rathwaller. Die geschieht einerseits durch spezielle Rating-Unternehmen, andererseits aber auch durch den Druck von Großinvestoren. Die verschreiben sich immer öfter einer nachhaltigen Strategie und achten genau darauf, dass die Fonds-Manager nicht tricksen. Schließlich hängt auch ihr Renommee von deren sauberer Arbeitsweise ab. (hn)

 

Was ist Nachhaltigkeit?

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und bedeutet, dass dem Wald nur so viel Holz entnommen werden soll, wie nachwachsen kann. Die ökonomische Nachhaltigkeit stellt die Forderung auf, dass die Wirtschaftsweise so angelegt sein soll, dass sie dauerhaft eine tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand bietet. Das heißt vor allem, dass wirtschaftliche Ressourcen vor Ausbeutung geschützt werden sollen.

 

Wie legt man nachhaltig Geld an?

• Anlagestrategie wählen: Sie müssen zuerst definieren, welche Werte bzw. sozialen und ökologischen Kriterien für Sie persönlich besonders wichtig sind. Unternehmen aus der Öko-Branche sind eine Möglichkeit. Sie können aber auch Ausschlusskriterien definieren, etwa Waffenindustrie, Atom oder Gentechnik.

• Auswahl: Falls Sie einen Fonds als ideales Anlageinstrument auswählen, achten Sie auf die Transparenz des Produktes. Das neue Investmentfonds-Gesetz, das seit 1. September gilt, macht es etwas einfacher. Es geht vor allem darum, dass der Fonds detailliert bekannt gibt, welche Aktien oder andere Wertpapiere er enthält. Achten Sie auch darauf, ob der Fonds von einer unabhängigen Institution überprüft wird.

• Risiko: Auch bei der nachhaltigen Geldanlage darf man nicht auf seine persönliche Risikobereitschaft bzw. auf den Anlagehorizont vergessen. Auch nachhaltige Aktienfonds bergen ein Risiko wie herkömmliche Fonds aus dieser Kategorie. Fonds, die beispielsweise in Öko-Energie investieren (Wind, Sonne), können sogar besonders schwankungsanfällig sein.

• Diversifikation: Auch beim nachhaltigen Investment gilt, nicht alle Eier in dasselbe Nest zu legen. Teilen Sie Ihr Vermögen auf und investieren Sie in verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Anlageschwerpunkten, Risiken und Laufzeiten. Achten Sie bei Fonds auch auf den Ausgabeaufschlag und die Managementgebühr.

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Artikel 09. September 2011 - 00:04 Uhr
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