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Digitalisierung im Verkehr: 2019 kommt das vernetzte Auto

WIEN. Ab 2019 wird das vernetzte Fahrzeug auf den österreichischen Autobahnen Realität, entlang der Westautobahn wird mit der direkten Kommunikation zwischen Infrastruktur und Fahrzeug gestartet.

(Symbolbild) Bild: OÖN-Grafik

Die Echtzeitinformationen dienen auch der Verkehrssicherheit. In weiterer Folge wird es auch eine Interaktion zwischen den unterschiedlichen Verkehrsträgern - Öffis und Individualverkehr - in der Stadt und auf dem Land geben.

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) nannte heute in einer Pressekonferenz vier konkrete Maßnahmen im Arbeitsprogramm der seit Jahresbeginn neu aufgestellten Plattform ITS Austria für die kommenden zwei bis fünf Jahre. 2019 kommt es zur Ausrollung der C-ITS (Cooperative Intelligent Transport Systems) zur direkten Kommunikation zwischen Auto und Infrastruktur. Morgen startet die Ausschreibung des Leitprojekts des Verkehrsministeriums "Integrierte Mobilitätsangebote". Entwickelt werden zudem auch ein MaaS (Mobility as a Service) made in Austria Systemverständnis sowie das Vorhalten digitaler Verkehrsmanagementpläne.

Das erste konkrete Beispiel sei die Ausrollung von C-ITS-Lösungen entlang der Autobahn, so Asfinag-Manager und ITS-Co-Chair Josef Fiala bei der Pressekonferenz im Vorfeld der heute stattfindenden ITS Austria Konferenz 2018. Beginnend mit 2019 werde die Asfinag in der Lage sein, Verkehrsinformationen, vor allem verkehrssicherheitsrelevante Informationen direkt in die Fahrzeuge zu bringen. Und das nicht in einem Testlabor, sondern im Echtbetrieb, das werde entlang der Westautobahn funktionieren.

"Wenn Sie künftig auf der Westautobahn unterwegs sein werden, dann bekommen Sie alle relevanten Informationen zum Straßenzustand beispielsweise direkt in das Fahrzeug", so Hofer. Man habe Informationen sofort im Fahrzeug, "und das ist sicherheitsrelevant und wird ein echter Mehrwert werden für die Straßenverkehrssicherheit".

Von Seiten der Autohersteller startet man mit Volkswagen, konkret mit dem VW-Golf, so Fiala. Es setzten aber auch andere Hersteller darauf, dass Infrastrukturinformationen sofort im Navi angezeigt würden. Fiala geht auch davon aus, dass Nachrüstungen möglich sein werden. Die Informationen können binnen kürzester Zeit in das Fahrzeug gespielt werden. Beispielsweise über eine Baustelle könne auf zwei, drei Kilometern im Vorfeld informiert werden, auch über betroffene Fahrspuren oder Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Mit dem digitalen Verkehrsmanagementplan werde dann eine Information der Kunden zwischen den unterschiedlichen Verkehrsmitteln möglich sein. "Wenn was passiert, ist es möglich, umzuleiten", so Fiale. Die neue Qualität dabei werde sein, dass man verkehrsträgerübergreifend denke, es die Informationen auch im öffentlichen Verkehr geben werde. Mit den neuen Möglichkeiten sei man dann in der Lage, alle Reisenden zu informieren, wenn etwas passiert, auch über Optionen, den Verkehrsträger zu wechseln. Der Individualverkehr werde damit ein Stück mehr vernetzt. Als Beispiel nannte Fiala das Pilotprojekt einer Kooperation zwischen Asfinag und ÖBB auf der Strecke zwischen der Stadt und dem Flughafen Wien.

Hofer wies auf den Wandel in der Mobilität hin, Ansprüche und Erwartungen an das System würden größer, die Angebote vielfältiger und dynamischer. Zur Nutzung dieser neuen Mobilität sei eine ganze Reihe von Informationen nötig, von Routeninformationen über Angebote bis hin zu Preisen und Buchungsinformationen. Die Digitalisierung ermögliche Vernetzung und Information und liefere die nötigen Daten. Die verwendeten Daten seien anonymisiert und würden sehr verantwortungsvoll verwendet. Daher seien im Rahmen des Datenschutzes auch vertrauenswürdige Angebote wichtig.

Ziel für Hofer wäre eine App mit Streckenvorschlägen und Ticketbuchung, wenn jemand von A nach B reisen will. Intensiv arbeite man an einem Österreich-Ticket, was aber nicht einfach sei. Hofer wünscht sich einen Durchbruch noch in seiner Zeit als Verkehrsminister. Die wirklich große Wende in der Mobilität sieht er Ende der 20-er, Anfang der 30-er Jahre, man werde autonom und dekarbonisiert unterwegs sein. Und man werde dann auch auf eine fliegende Drohne umsteigen können: "Das autonome Fliegen wird schneller kommen als das autonome Fahren."

Die ITS Austria ist eine Plattform, auf der sich Akteure aus den Bereichen öffentliche Hand, Wirtschaft, Industrie und Forschung vernetzen.

Innerhalb der ITS Austria gibt es ein Steuerungsgremium, bei dem das Verkehrsministerium eine neue betreiberübergreifende und zentrale Rolle einnimmt, heißt es in der heutigen Presseinformation. Das Arbeitsprogramm steht unter dem Leitprinzip "digital:vernetzt:mobil".

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Artikel nachrichten.at/apa 23. Oktober 2018 - 14:43 Uhr
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