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Das Aus für Plastiksackerl hilft den Müllverbrennern Oberösterreichs

LINZ. Recycler und Zementindustrie sehen eher negative Auswirkungen auf ihr Geschäft.

Plastiksackerl-Verbot: "Die Moral beim Mülltrennen wird sich verbessern"

Schluss mit Plastiksackerln: Die Bundesregierung plant ein Verbot für den Einzelhandel. Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Das Verbot der Plastiksackerl ab 2020 ist publikumswirksam, doch wenig umweltwirksam. Denn die Sackerl machen nur einen sehr geringen Anteil aller Kunststoffabfälle in Österreich aus, nämlich 0,76 Prozent oder rund 7000 von 916.000 Tonnen. Nachdem in Österreich der größte Anteil der Kunststoffabfälle verbrannt wird, um Strom oder Wärme zu erzeugen, könnte man meinen, dass die Heizwerke wegen des Materialausfalls leiden.

Das Gegenteil trifft zu: Der Hausmüll, der in Oberösterreichs Müllverbrennungsanlagen der Linz AG (Industriegebiet) und der Energie AG (Wels und Lenzing) verbrannt wird, weist ohnehin einen zu hohen Plastikanteil auf. Rund acht Prozent des Restabfalls in Oberösterreich sind Kunststoffverpackungen.

Roland Richter, Geschäftsführer der Energie AG Umweltservice, sagt: "Das Verbot der Plastiksackerl wird für uns keine maßgeblichen Auswirkungen haben. Für unsere thermische Verwertung haben wir ohnehin zu viel Kunststoff im Hausmüll und müssen ihn aussortieren." Wenn also in der Brennfraktion keine Plastik- sackerl sind, "ist das für uns gut, weil der Müll ansonsten für unsere Zwecke zu hohe Heizwerte aufweist."

Die Auslastung der Heizwerke ist ohnehin mehr als gesichert, nachdem die allgemeine Müllmenge wegen des steigenden Konsums Jahr für Jahr wächst. Dazu kommt noch, dass China ein Importverbot für minderwertige Kunststoffe erlassen hat. Dadurch herrscht in Europa, das die Hälfte seiner Kunststoffabfälle bis dato nach China exportiert hat, ein Altkunststoff-Überschuss bei gleichzeitig zu geringer Verbrennungs- und Verwertungskapazität vor.

Oberösterreich verbrennt einen geringeren Anteil des Altplastiks als im Österreich-Durchschnitt, weil das Sammelsystem mit Gelbem Sack und Altstoffsammelzentren sehr gut aufgestellt ist, sagt Thomas Anderer, Geschäftsführer des Landesabfallverbands.

Der Recycling-Maschinenhersteller Erema aus Ansfelden sieht durch das Plastiksackerlverbot "eine gewisse Gefahr" für die Recylingwirtschaft, weil ein gut wiederverwertbarer, homogener Rohstoff wegfalle, so Geschäftsführer Manfred Hackl.

Zementindustrie

Neben den drei Müllverbrennungsanlagen der Linz AG und Energie AG zählen die Zementwerke in Kirchdorf (Hofmann) und Pinsdorf bei Gmunden (Hatschek) zu den großen Abnehmern von Plastikmüll im Land. Sie benötigen viel Energie und dafür einen hohen Kunststoffanteil. "Die Auswirkungen des Verbots könnten den Heizwert unseres Brennmaterials etwas verändern", sagte Erich Frommwald, Geschäftsführer des Kirchdorfer Zementwerks. Man werde vielleicht mehr Brennstoff kaufen müssen. Eine Verpackungsreduktion werde die Zementindustrie "natürlich stärker treffen".

Voest: Kunststoff statt Koks

Die voestalpine verwendet hochwertige Kunststoffpellets, aber "in sehr überschaubaren Mengen", als Reduktionsmittel im Hochofen statt Kohle oder Koks. Insofern erwartet der Konzern auch "keine Auswirkungen" möglicher Plastikverbote.

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Artikel Ulrike Rubasch 06. Dezember 2018 - 00:04 Uhr
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