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Sechs Grammys für Beyonce, drei Grammys für Österreich

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Beyoncé jubilierte. Bild: Reuters

LOS ANGELES. Die R&B-Queen Beyonce erhielt mit insgesamt sechs Grammys die meisten Preise, darunter mit ihrem Hit „Single Ladies“ den Song des Jahres. Den Grammy für das beste Album des Jahres 2009 hat die Country-Pop-Sängerin Taylor Swift erhalten. Die 20-Jährige gewann den begehrtesten aller Musikpreise in der Nacht auf Montag für ihr Album „Fearless“. Mit Joe Zawinul und dem Designer Stefan Sagmeister waren auch Beiträge aus Österreich erfolgreich.

Taylor Swift setzte sich beim besten Album gegen Beyonce, Lady Gaga, die Black Eyed Peas und die Dave Matthews Band durch. Sie zeigte sich bei der Entgegennahme der Trophäe fassungslos. „Ich hoffe Sie wissen, wie viel mir das bedeutet“, sagte sie. „Meine Familie flippt aus.“ Ihre Platte „Fearless“ hatte zuvor schon den Grammy für das beste Country-Album des Jahres gewonnen. Weitere zwei Trophäen sahnte Taylor Swift mit dem Song „White Horse“ ab, den Grammy für die beste Aufnahme einer Country-Sängerin und einen weiteren für den Country-Song des Jahres.

„Single Ladies“ ist Song des Jahres

„Single Ladies“ brachte Beyonce (28) nicht nur den Grammy für den Song des Jahres ein, sondern auch die Grammys für den besten R&B-Song und die beste Aufnahme einer R&B-Sängerin. Sie setzte sich auch in den Kategorien bestes zeitgenössisches R&B-Album („I Am ... Sasha Fierce“) und beste traditionelle R&B-Darbietung für den Song „At Last“ aus dem Film „Cadillac Records“ durch. Auch in der Kategorie „Bester Pop-Song einer Sängerin“ überstrahlte sie ihre Konkurrentinnen Taylor Swift, Katy Perry und Pink mit ihrer Hit-Single „Halo“ aus dem Erfolgsalbum „I Am... Sasha Fierce“.

„Es ist ein unglaublicher Abend für mich“, sagte Beyonce atemlos auf der Bühne. Sie bedankte sich nicht nur bei ihren Fans, sondern auch ausdrücklich bei ihrem Ehemann, US-Rapper Jay-Z. Sie war mit insgesamt zehn Nominierungen als Favoritin angetreten.

Aufnahme des Jahres für „Use Somebody“

Die Trophäe für die Aufnahme des Jahres ging an die Rocker Kings of Leon für ihren Song „Use Somebody“. Die Gruppe bedankte sich mit den Worten „ehrlich gesagt sind wir alle ein bisschen betrunken, glücklich betrunken“ für ihren Grammy. Die dreieinhalbstündige Verleihzeremonie in der Nacht auf Montag wurde vom Staples Center von Los Angeles weltweit ausgestrahlt.

Die fetzige Popgruppe „Black Eyed Peas“ nahm drei Grammys entgegen, darunter für das beste Pop-Album. Zum besten Rock-Album wählten die Grammy-Juroren „Twentyfirst Century Breakdown“ von Green Day. Newcomer des Jahres wurde die Zac Brown Band. Ihre sechs Countrysänger erhielten den Grammy für die beste Nachwuchsgruppe.

Die Schock-Pop-Ikone Lady Gaga (23) war mit zwei Grammys im Rennen. Der Komödiant Steven Colbert quittierte den Preis für das beste Comedy-Album, das er für seine weihnachtliche Aufnahme gewann, mit der Bemerkung: „Ich sollte Jesus danken für so einen großartigen Geburtstag“.

Die Grammys in Form eines goldenen Grammophons sind die wichtigsten amerikanischen Musikpreise. Sie werden von der Organisation der Musikindustrie in 109 Kategorien in den Sparten Rock, Pop, Folk, Jazz und klassischer Musik verliehen.

Grammy an Österreicher Joe Zawinul

Der 2007 verstorbene österreichische Jazzstar Joe Zawinul erhielt für sein Album “75“ einen Grammy in der Kategorie „Best Contemporary Jazz Album“ (Bestes Zeitgenössisches Jazz-Album). Der aus Vorarlberg stammende Designer Stefan Sagmeister erhielt einen Grammy für die von ihm gestaltete Box „Everything That Happens Will Happen Today“ (David Byrne & Brian Eno) in der Kategorie „Best Recording Package“. Sagmeister war für diese Box auch in der Kategorie „Best Boxed Or Special Limited Edition Package“ nominiert. Hier unterlag er aber Gary Burden, Jenice Heo & Neil Young („Neil Young Archives Vol. I (1963-1972)“ von Neil Young). Dem österreichische Akustikunternehmen AKG wurde ein Spezial-Grammy, der „Technical Grammy Award 2010“, zugesprochen.

Michael Jackson wurde mit einer bewegenden 3D-Version seines „Earth Song“ sieben Monate nach seinem Tod bei der Verleihung der Grammys in Los Angeles geehrt. Ein dreidimensionales Erlebnis für das Live-Publikum im Staples Center lieferten spezielle 3D-Brillen, die zuvor verteilt worden waren. Solche Brillen waren von einer Handelskette auch US-weit für die Fernsehzuschauer vertrieben worden. Gemeinsam mit Jacksons Stimme sangen Usher, Carrie Underwood, Celine Dion, Jennifer Hudson und Smokey Robinson in der Nacht zum Montag live auf der Bühne. Jackson hatte den Song ursprünglich für seine geplante Tour „This Is It“ produziert.

Jacksons Kinder bedanken sich für Grammy

Jacksons ältesten Kinder Prince (12) und Paris (11) bedankten sich anschließend im Namen ihres Vaters für den posthum verliehenen Grammy für sein Lebenswerk. „Seine Botschaft war einfach: Liebe. Wir werden diese Botschaft weitertragen“, versprach Prince. Zu Lebzeiten hatte der „King of Pop“ 13 Grammys gewonnen. Der Popsänger war im Juni im Alter von 50 Jahren an der Überdosis eines von seinem Arzt gespritzten Narkosemittels gestorben.

Auch die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Haiti wurden bei allem Glamour nicht vergessen: R&B- Sängerin Mary J. Blige und der italienische Tenor Andrea Bocelli sangen gemeinsam eine bewegende Interpretation des Klassikers „Bridge Over Troubled Water“ von Simon & Garfunkel. Fans können sich die Version bei I-Tunes herunterladen. Der Erlös komme dem amerikanischen Roten Kreuz zu Gute, versprach der Musiker Wyclef Jean auf der Bühne. Der gebürtige Haitianer setzt sich seit Wochen für Hilfslieferungen in seinem Heimatland ein.

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Artikel apa/nachrichten.at 01. Februar 2010 - 07:17 Uhr
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