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CSU: Aufkündigung der Koalition ist "Quatsch"

BERLIN. Im Asylstreit mit der CDU und Kanzlerin Angela Merkel erwägt die CSU einem Medienbericht zufolge eine Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft mit der CDU. Am Freitag wurde der Bericht von der CSU dementiert.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Bild: Kay Nietfeld (APA/AFP/DPA/KAY NIETFELD)

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Streit um die deutsche Asylpolitik mit einem "Alleingang" gedroht. Am Freitag hat der Vizechef der CSU-Landesgruppe im Bundestag Hans Michelbach eine Twitter-Nachricht über eine Aufkündigung der Regierungskoalition durch seine Partei zurückgewiesen. "Ich kann offiziell sagen, dass das Quatsch ist", sagte er.

In der Sitzung der CSU-Bundestagsabgeordneten sagte Seehofer, er könne die Zurückweisungen von Flüchtlingen an der Grenze per Ministerentscheid durchsetzen, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Merkel lehnt diesen Schritt ab. In einer zeitgleich stattfindenden Sondersitzung der CDU-Fraktion im Bundestag stellte sich nach Teilnehmerkreisen die Mehrheit der über 40 bisherigen Redner hinter den Kurs Merkels in der Flüchtlingspolitik. In der Debatte betonten demnach viele, dass es um mehr als Flüchtlinge, sondern um Grundsätze der Europapolitik gehe. Zu den Merkel-Unterstützern habe auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble gehört, sagten Teilnehmer. Es habe aber auch abweichende Stimmen gegeben, die forderten, die CSU-Position zu übernehmen.

In dem Streit geht es um Seehofers Forderung, Flüchtlinge an den deutschen Grenzen zurückzuweisen, wenn diese bereits in anderen europäischen Ländern registriert wurden. Merkel lehnt nationale Alleingänge in dieser Frage ab und setzt auf Lösungen auf europäischer Ebene. Ein Kompromissvorschlag Merkels lautete, nur Personen, deren Asylantrag in Deutschland bereits abgelehnt worden sei, sollten bei einem erneuten Versuch der Einreise sofort zurückgewiesen werden.

Mehr zu dem Streit zwischen den Koalitionspartnern lesen Sie hier.

 

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Artikel nachrichten.at/apa 15. Juni 2018 - 13:17 Uhr
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