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Springreiter wegen Tierquälerei angeklagt

WIEN. Die Staatsanwaltschaft Wien hat einen heimischen Springreiter zur Anklage gebracht, weil dieser im Vorjahr bei zwei Turnieren seine Pferde geschunden und damit den Tatbestand der Tierquälerei erfüllt haben soll.

Springreiten

(Symbolfoto) Bild: colourbox.de

Die Verhandlung hätte am Montag am Landesgericht für Strafsachen stattfinden sollen. Sie musste wegen angeblich schwerwiegender gesundheitlicher Probleme des Angeklagten abberaumt werden. Der Prozess ist damit bereits zum zweiten Mal geplatzt. Schon vor rund zwei Monaten hatte der Mann unmittelbar vor der Verhandlung eine Erkrankung geltend gemacht und damit eine Verlegung des ursprünglichen Termins erzwungen. Nach dem neuerlichen Nichterscheinen des Angeklagten lässt das Landesgericht nun die geltend gemachten Krankheitsgründe ärztlicherseits überprüfen.

Der Springreiter hatte mit seinen Auftritten im Magna Racino in Ebreichsdorf im März 2017 und vor allem in Wiener Neustadt Anfang Juni 2017 für Aufregung in der Reiter-Szene gesorgt. Auf einem Video, das auf Facebook veröffentlicht wurde, ist zu sehen, wie der Sportler beim CSI-Turnier in Wiener Neustadt mit aller Gewalt sein Pferd über den Parcours bringen will, obwohl sich das Tier widersetzt, nachdem es einige Hindernisse niedergerissen hatte.

"Der Oxer wird bis auf den Boden niedergemäht, die Stangen fliegen Reiter und Pferd um die Ohren, und das ist erst der Anfang. Gröbste Fehler des trotz scharfer Zäumung von seinem bleischwer einsitzenden Reiter kaum zu regulierenden Pferdes, das mit durchgedrücktem Rücken über die Stangen hechtet und nicht die geringste Chance hat, ein Hindernis schmerzfrei zu überwinden. Schließlich eine Verweigerung am Wasser. Eine zweite, drei Sprünge weiter, macht der Holzfällerorgie endlich ein Ende. Ausgeschieden. Eine gepeinigte Kreatur, ein offenbar völlig gefühlloser Reiter, Richter, die dem Elend tatenlos zusehen", zeigte sich die Herausgeberin einer deutschen Fachzeitschrift in ihrem Blog empört. Auf dem Video sind auch Zuhörer zu hören, die den Ritt mit Pfiffen und Rufen begleiten.

Der Österreichische Pferdsportverband (OEPS) hat auf die Vorkommnisse reagiert, zumal sich der betreffende Reiter darüber hinaus bei Turnieren auch verbale und handgreifliche Auseinandersetzungen geleistet haben soll. Der Mann wurde im Jänner wegen unreiterlichen und unsportlichen Verhaltens für fünf Jahre gesperrt. Der Strafsenat befand ihn zusätzlich der Drohung und Handgreiflichkeit gegenüber Dritten, der nicht pferdegerechten Behandlung und Überforderung des von ihm gerittenen Pferdes sowie der Schädigung des Ansehens des Pferdesports für schuldig. Der Springreiter legte dagegen Berufung ein, der allerdings keine aufschiebende Wirkung zukam. Er kann damit vorerst an keinen pferdesportlichen Veranstaltungen mehr teilnehmen.

Strafrechtlich drohen dem Angeklagten im Fall eines Schuldspruchs bis zu zwei Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass bei den beiden verfahrensgegenständlichen Turnieren die Pferde roh misshandelt bzw. diesen unnötige Qualen zugefügt wurden. Weiters soll der Pferdesportler seine Tiere nicht artgerecht gehalten und ihnen nicht ausreichend zu fressen gegeben haben. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

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Artikel nachrichten.at/apa 11. Juni 2018 - 13:21 Uhr
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