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Reisen

Genuss-Dreiklang am Faaker See

Von Karin Haas 09. Juni 2019 17:00 Uhr

Genuss-Dreiklang am Faaker See
Peter Brandstätter ist Chefkoch im Karnerhof am Faaker See. 50 Küchenkräutersorten kultiviert er in seinen Hochbeeten.

Das Beste aus Österreich, Italien und Slowenien mischt sich in dieser Kärntner Ecke, die noch immer ein Geheimtipp ist.

Jeden Abend bindet sich Hans Melcher die Schürze um. Er ist nicht der Koch, sondern der Seniorchef des Karnerhofs am Faaker See. Das Vier-Sterne-Haus mit eigenem Badestrand ist so etwas wie der Inbegriff von Sommerfrische und Genuss-Luxus mit einem kräftigen Schuss Familienflair und idealer Ausgangspunkt für Streifzüge durch die Genusswelt von Kärnten, Italien und Slowenien. Aber auch im Karnerhof wird Esskultur großgeschrieben. Deshalb mischt der Seniorchef allabendlich den Blattsalat selbst. Das tut er Portion für Portion und mit einem Balsamico-Essig, der extra in Modena gemischt wird. Bis Melcher die kostbare Essenz in Apothekerflascherl abfüllt, steht der Balsamico auf seinem Balkon im Hotel, das eigentlich ein Anwesen ist und zu dem ein 100.000 Quadratmeter großer Blumenwiesen-Park gehört.

Genuss-Dreiklang am Faaker See
Hier mischt der Chef selbst. Hans Melcher an der Blattsalatbar des Karnerhofes.

"Nach dem Mischen darf kein Dressing mehr in der Schüssel sein, sondern nur mehr auf dem Salat", sagt Hans Melcher. Seine Eltern haben mit einer kleinen Zimmervermietung angefangen. Er hat auf so viele Zimmer ausgebaut, dass bei Vollbelegung 280 Gäste im Hause sind und 80 Mitarbeiter. Seit einigen Jahren ist Tochter Ursula am Ruder, hat mit ihrem Mann Alfred extra den Hausnamen Karner angenommen und Bruder Andreas werkt ebenso eifrig mit.

Küchenchef ist seit heuer Peter Brandstätter aus Admont. Für den 34-Jährigen liegt die Latte hoch. Es gilt die auch für externe Gäste geöffnete Götzlstube an das Zwei-Hauben-Niveau seines Vorgängers heranzuführen. Das geht der Steirer gelassen an, schließlich hat er bereits im Salzburger Hof in Zell am See und am Zürserhof am Arlberg gekocht. Neu ist auch ein Kräutergarten, aus dem er Eberraute zu Sorbet werden lässt, Currykraut zu Fisch kombiniert und etwa Estragon in Szene setzt.

Besonderes Bier, besondere Fische

Ein ganz besonderes, sehr regionales und nicht alltägliches Bier ist ebenfalls eine Erwähnung wert. Brandstätter kombiniert es etwa zu Brennnessel mit Jakobsmuschel und Kresse oder zum Maibock mit paniertem Blaukraut und Pfirsich. Das Gerstengetränk kommt aus dem Keller der Frühstückspension Käthe in Faak. Elisabeth Schusser und ihr Ehemann Dustin Fisher sind Quereinsteiger. Der Tontechniker und die Mitarbeiterin einer Filmproduktionsfirma kehrten vor zwei Jahren aus London in ihr Elternhaus zurück und brauen seither in ihrer "Fein Brewery" drei Sorten American Ale, das auf den örtlichen Bauernmarkt (das Sechsertragerl um 17 Euro) und in Restaurants geht.

Genuss-Dreiklang am Faaker See
Elisabeth Schusser in ihrer „Fein Brewery“ in Faak am See.

Im nahen Feld am See hat eine ganz besondere Fischzucht ihren Sitz. Fischermeister Andreas Hofer hat die frühere Genossenschaft, deren Wurzeln ins Jahr 1950 zurückreichen, 2001 übernommen. Jede Menge "Kärtner Laxn" (wie die Seeforelle hier heißt) kommen aus seiner Zucht, aber auch Bachsaiblinge, Huchen und eine besonders gefragte Spezies. Denn Hofer lässt auch jede Menge Albino-Forellen wachsen. "Zuerst wollten sie nur Leute für ihre Teiche, damit sie die Fische besser sehen", erzählt Hofer freimütig. Doch dann wurden die hellen Fische der Speise-Hit. 200 Tonnen Fisch produziert Hofer mit seiner Frau Gaby mittlerweile. Die beiden beizen und räuchern die Fische, fertigen Aufstriche an. In einem verschwiegen gelegenen Teich wachsen seit 15 Jahren auch Störe heran. Vielleicht könnte es eines Tages Kärntner Kaviar geben (www.kaerntenfisch.at).

Genuss-Dreiklang am Faaker See
Naturpädagogin Martina Kircher weiß zu jedem Kräutl eine Geschichte.

Wer auf Kräuterstreifzug gehen will, ist bei der Naturpädagogin Martina Kircher richtig. Die Villacherin kennt jedes Graserl im Dreiländereck bis Kranjska Gora und ist mit Schinkenwurzel, Springkraut, Labkraut, Wiesensalbei und Strigoli, dem wilden Spinat, auf Du (www.kraftquelle-natur.at). Kalorienverlieren geht nicht nur mit Kräuterwandern, sondern trefflich auch ganz nahe in Italien in Tarvisio am Laghi di Fusine, einem der beiden Fusine-Seen. Genauso genussvoll isst man sie im Albergo Capanna Edelweiss (www.albergo-edelweiss.com) mit direktem Blick auf das kristallklare Wasser.

Artikel von

Karin Haas

Kulinarik-Redakteurin

Karin Haas
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