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Solidarität aufbringen in Zeiten ausufernder Krisen

Von Klaus Buttinger, 12. November 2023, 11:33 Uhr
Solidarität im Kleinen wie im Großen zeichnet die Menschen aus. Bild: colourbox.de

Emotionale Kapazitäten sind nicht unendlich vorhanden.

Verglichen mit den friedlichen 1980er- und 1990er-Jahren leben wir heute in einer weitaus kriegerischeren und krisendurchwirkten Zeit – möchte man meinen. Tatsächlich vermerkt die Zeitgeschichte den Falklandkrieg 1982, die US-Invasionen in Grenada (1983) und Panama (1989), seit 1988 lodert ein Bürgerkrieg in Somalia, später in Ruanda, die Jugoslawienkriege brechen aus, die erste Intifada zwischen Palästinensern und der israelischen Armee beginnt usw. Die Weltgeschichte ist eine Geschichte der Kriege und Krisen.

Doch der Lebensmut der Menschen bricht nicht, ihre Solidarität mit Leidenden, etwa mit den Ukrainern, schlägt sich in hohen Spenden nieder. Der Mensch kann ja auch nicht anders. Er ist ein Gemeinschaftswesen, "wird am Du zum Ich", wie es der österreichisch-israelische jüdische Religionsphilosoph Martin Buber ausdrückte.

Solidarität und der heilige Martin

Heute, am Tag des heiligen Martin, welcher der Überlieferung nach mit einem Bettler den Mantel teilte, gilt der Blick nicht nur der internationalen Solidarität. Sie beginnt im Kleinen – man erinnere sich an die Nachbarschaftshilfen während der Corona-Krise. Sie setzt sich in definierten Gruppe fort, etwa den Arbeitnehmern, die solidarisch um Rechte und Lohn kämpfen.

Solidarität definiert sich als Geben und Nehmen innerhalb einer mehr oder weniger großen Gruppe (Nachbarschaft, Gewerkschaft, weltweiter Humanismus). Das impliziert die Gefahr, zu exklusiv zu werden; die eigene Gruppe zum Nachteil anderer Gruppen auszuspielen. Deshalb bedeutet solidarisch auch, "diejenigen im Blick zu haben, die nicht oder noch nicht zur Eigengruppe dazugehören", sagt Soziologe Stephan Lessenich von der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Unendlich ist die Solidarität per se nicht. Während der Pandemie verlor sich die nachbarschaftliche Solidarität mit Fortdauer der Krise und dem Auseinanderdriften von Maßnahmenbefürwortern und -gegnern. Institutionelle Solidargemeinschaften (z.B. Gewerkschaften) erodierten unter dem Schleifpapier neoliberaler und individualistischer Ideologien zum Nachteil aller.

  • Lesen Sie hierzu das Interview mit Politologin Barbara Prainsack:
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Autor
Klaus Buttinger
Redakteur Magazin
Klaus Buttinger

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3  Kommentare
3  Kommentare
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Zaungast_17 (26.462 Kommentare)
am 14.11.2023 10:16

Irgendwann endet die Solidarität

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betterthantherest (34.760 Kommentare)
am 12.11.2023 12:25

Aha jetzt ist Solidarität gefragt.

Das sagen dieselben die vor kurzem noch jede Woche eine neue Gruppe Menschen gegen andere aufgehetzt haben.

Never4get.

Was sich in den Coronajahren abgespielt hat.
Wie mit Menschen während dem Willkommensjahren umgegangen wurden als sie ihre Bedenken äußerten.

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Gugelbua (32.132 Kommentare)
am 12.11.2023 11:55

die Menschen sind viel zu naiv um zu begreifen wie sie von politischen/religiösen/wirtschaftlichen Eliten benützt werden

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