Lade Inhalte...

Gesundheit

Krebs wird immer öfter zur chronischen Krankheit

Von OÖN   28. Januar 2022 00:06 Uhr

Frühere Diagnosen und bessere Behandlungsmöglichkeiten erhöhen die Überlebensraten bei Krebs in Österreich

41.775 Mal wurde in Österreich im Jahr 2019 die Diagnose Krebs gestellt. Die häufigsten Tumore betrafen Prostata, Brust, Lunge und Darm – diese machten etwa die Hälfte der Fälle aus.

Bei rund 20.300 Personen führte eine Krebserkrankung 2019 zum Tod. Das relative Fünf-Jahres-Überleben liege bei 61 Prozent, aber immer mehr Menschen würden mit Krebs leben, berichtete die Statistik Austria. Anfang 2020 waren es immerhin 375.749 Personen – also vier Prozent der Bevölkerung –, die mit einem Karzinom leben.

"Bei einem Fünftel der Betroffenen wurde die Diagnose in den drei Jahren zuvor gestellt, fast die Hälfte der Betroffenen lebt bereits mehr als zehn Jahre mit Krebs", analysiert Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas in einer Aussendung vor dem Weltkrebstag am 4. Februar.

In den vergangenen zehn Jahren nahm die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen von rund 39.000 auf etwa 42.000 zu. Dementsprechend steigt die Anzahl jener Personen, die mit der "chronischen Erkrankung Krebs" leben, seit Jahren kontinuierlich an.

Höheres Risiko im höheren Alter

2009 lebten 290.240 Personen mit einer Krebsdiagnose in Österreich – das waren etwa 85.500 weniger als 2019. Dieser enorme Anstieg ist vor allem dadurch bedingt, dass es immer mehr Personen in höherem Lebensalter gibt und die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, mit steigendem Alter zunimmt. Auch verstärktes Screening sowie verbesserte Diagnosemethoden tragen dazu bei, Krebserkrankungen vermehrt und frühzeitiger zu erkennen. Außerdem verbessern sich die Überlebenswahrscheinlichkeiten, wodurch sich die Zahl der mit Krebs lebenden Personen ebenfalls erhöht.

Zurück ins Jahr 2019, in dem 19.161 Frauen und 22.614 Männer eine Krebsdiagnose erhielten. Die häufigsten Karzinome waren bösartige Tumore der Brust bei Frauen mit 5.682 Fällen und bösartige Tumore der Prostata bei Männern mit 6.039 Fällen, gefolgt von bösartigen Tumoren der Lunge (4.831 Fälle, beide Geschlechter zusammen) und bösartigen Tumoren des Dickdarms beziehungsweise Enddarms (4.444 Fälle). Mit etwa jedem fünften Krebssterbefall nahm Lungenkrebs bei Männern den ersten Rang unter den krebsbedingten Todesursachen ein, bei Frauen stand er nach Brustkrebs an zweiter Stelle. Sowohl das Erkrankungs- als auch das Sterberisiko an Lungenkrebs nahmen in den vergangenen Jahren bei Frauen stark zu.

0  Kommentare 0  Kommentare