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Essen & Trinken

Warum es im Urlaub besser schmeckt

Von Ulrike Griessl   03. August 2017 00:04 Uhr

Warum es im Urlaub besser schmeckt: So holt man die Ferienstimmung heim
In toller Umgebung und in Urlaubsstimmung schmeckt alles besser.

Auf den Urlaub folgt oft bittere Enttäuschung: Der wunderbare Wein schmeckt plötzlich fad und auch die mitgebrachten Lebensmittel sind keine Gaumenfreude mehr. Wie kann das sein?

Das Meeresrauschen im Ohr, liebe Menschen um sich, wunderbar knusprig gegrillter Fisch auf dem Teller und ein gutes Gläschen Weißwein dazu – das ist Urlaub! Kulinarische Genüsse gehören für viele genauso zu einer gelungenen Reise wie eine fröhliche, ungezwungene Atmosphäre.

Zu gern möchte man dieses wunderbar entspannte Feriengefühl zu Hause wieder aufleben lassen. Das ist auch der Grund, warum viele den Lieblingswein und lokale Spezialitäten aus dem Urlaubsort mit nach Hause nehmen.

Enttäuschung zu Hause

Doch daheim kann man es kaum fassen: Der wunderbare Wein schmeckt plötzlich fad und auch die mitgebrachten Lebensmittel sind keine Gaumenfreude mehr. Wie kann das sein? "Diese Erfahrung kennt wohl jeder", sagt Elisabeth Buchinger, Lebensmittel-technikerin und Geschäftsführerin des Sensorikum Wien. Das rühre daher, dass viele Faktoren beim Geschmackserlebnis zusammenspielen. Laut Buchinger beeinflusst nicht nur der Geschmack der Lebensmittel das Genussempfinden, auch Licht, Luftfeuchtigkeit und Temperatur spielen eine bedeutende Rolle. "Und natürlich beeinflussen uns auch das Ambiente und das Geschirr, auf dem die Speisen serviert werden", ergänzt die Genuss-Expertin.

Ganz zu schweigen vom sozialen Kontext. "Im Urlaub sind wir in der Regel entspannt, gut gelaunt und im Idealfall von lieben Menschen umgeben", so Buchinger. Dazu komme eine offene Erwartungshaltung: "Wir bestellen einen Wein, den wir noch nicht kennen, und lassen uns überraschen, wie er schmecken wird."

Wenn wir die gleiche Flasche zu Hause öffnen, möchten wir nicht nur den Genuss wiederholen, sondern auch die Stimmung wieder aufleben lassen. "Wir haben also sehr hohe und ganz andere Erwartungen an denselben Wein", sagt Buchinger.

Die Lebensmitteltechnikerin schätzt, dass sensorische Kerneigenschaften von Lebensmitteln nur zur Hälfte zum Genuss beitragen, der Rest sind psychologische und Umgebungsfaktoren.

In geselliger Runde verkosten

Ist es dennoch möglich, anhand von Lebensmitteln aus dem Urlaubsland Feriengefühle wieder aufleben zu lassen? "Ja", sagt Buchinger, und fügt hinzu: "Wir müssen nur unsere Erwartungshaltung ändern und uns für ein neues kulinarisches Erlebnis öffnen. Wenn wir uns mit Freude auf unsere ess- und trinkbaren Souvenirs einlassen, können wir vielleicht einen neuen Genuss erleben." Die wichtigste Frage sei dabei: Wie wird mir der Wein oder die Speise in den eigenen vier Wänden schmecken? Und wenn wir die Produkte zudem mit lieben Menschen teilen, dann kann laut Sensorik-Expertin nicht mehr viel schiefgehen.

 

Sensorik-Seminare

Elisabeth Buchinger hat nach dem Studium der Nahrungsmitteltechnologie das Unternehmen Sensorikum in Wien gegründet.

Die 34-Jährige, die in Grein an der Donau aufgewachsen ist, bietet Seminare für Firmen und Private an, die mit dem Bereich Genuss, Lebensmittelqualität und Geschmack zu tun haben oder sich für diese Thematik interessieren. "Ich versuche, das Beste der Sensorikwissenschaft mit der Genusspraxis zu verbinden", sagt Buchinger.

Näheres unter: www.sensorikum.at

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