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Essen & Trinken

Rosaorange Batata aus dem Seewinkel

Von Peter Hirsch   02. Februar 2013 00:04 Uhr

Rosaorange Batata aus dem Seewinkel
Waren im Oktober erntereif und werden jetzt verkauft: Süßkartoffeln („Batata“) aus dem Burgenland

Süßes aus dem Burgenland: das muss nicht Wein sein. Erstmals gibt es Süßkartoffeln.

Das gab es noch nie: Süßkartoffeln (Batata) „made in Austria“. Alois Lang, Hobbygärtner und Hobbywinzer in Illmitz im burgenländischen Seewinkel, im Hauptberuf Softwareexperte, erntete auf vier Hektar. Jede seiner 30.000 Pflanzen lieferte ein bis eineinhalb Kilo Süßkartoffeln. Genug, um heuer relativ groß ins Gemüsegeschäft einzusteigen. Seit Mitte Jänner gibt es „Burgenland Batata“ in allen größeren EUROSPAR-Märkten und bei allen INTERSPAR-Hypermärkten. Preis: 3,49 Euro / kg.

„1492 – Columbus entdeckt Amerika und die Süßkartoffel. 2013 – Österreich entdeckt die Süßkartoffel“, sagt Lang hoffnungsfroh. Man wird sehen, ob’s klappt. Weil: Was der Bauer nicht kennt... und dann auch noch Kartoffeln, die gar keine Kartoffeln sind. Es wird viel Überzeugungsarbeit nötig sein.

„Schwierig ist’s schon“

Vor 12 Jahren hatte Lang begonnen, sich intensiv mit der Süßkartoffel zu beschäftigen. Er hatte sie während seinen Studiums in den USA kennen- und schätzen gelernt, dort gehören sie zu Weihnachten und Thanksgiving unbedingt zum Menü. Schon Langs erste Anbauversuche im Garten hatten Erfolg, obwohl: „Schwierig ist’s schon. Es gab Rückschläge. Ich musste die für unser Klima richtigen Sorten finden, die nicht arg kälteempfindlich sind.“ Für eine amerikanische Sorte hat er sich schließlich entschieden.

Vergeblich war aber die Suche nach Landwirten, die mit ihm gemeinsam das Know-how nützen und Süßkartoffeln im großen Stil anbauen wollen. „Na, dann mach ich das Geschäft halt selbst“, dachte sich Lang.

Nicht alle Knollen, die er heuer im Burgenland erntete, sind „bilderbuchschön“. Weil im Supermarkt aber nur Bilderbuchschönheiten eine Chance haben, muss Lang mehr als die Hälfte seiner Ernte von Agrana in Österreich zu Mehl verarbeiten lassen. Dieses Mehl wird nach Italien exportiert und schon bald soll es die ersten europäischen Süßkartoffel-Snacks a la Taco-Chips geben.

Wie schmecken Herrn Lang die Süßkartoffeln am besten?

„Im Rohr gebacken wie Pommes oder Wedges. Und auch roh. Am gesündesten sind die Süßkartoffeln, wenn man sie mit der Schale isst. Das kann man bei meinen problemlos, weil wir keinerlei Pestizide einsetzen. Importierte Süßkartoffeln sind aber leider oft mit viel Chemie belastet.“

Was müssen Anfänger bei der Zubereitung von Süßkartoffeln beachten? „Nicht viel, man kann sie wie Erdäpfel verwenden, aber Vorsicht, die Garzeit ist kürzer, um 30 bis 50 Prozent.“

Heuer will Lang zusätzlich zu den roten Süßkartoffeln „a la USA“ auch asiatische mit gelbem Fruchtfleisch anbauen. „Ich finde, dass die noch besser schmecken.“

Süßpommes frites
Süßkartoffeln schälen, Stäbchen schneiden. Im Rohr: Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, mit wenig Öl beträufeln, bei 200 bis 210 Grad Umluft 20 Minuten backen. Frittieren: 3 Minuten in 130 Grad heißem Öl. Pommes herausnehmen. Öl auf 180 Grad erhitzen. Pommes noch einmal 1 Minute frittieren.

Süßkartoffelpüree
3 Süßkartoffeln und 3 Karotten schälen, klein schneiden, in Salzwasser weich kochen. Mit Koriander, Kümmel und Cayennepfeffer würzen, mit Mixstab pürieren. Creme fraîche und eventuell ein wenig Ingwer unterrühren. Wird das Püree zu fest, etwas Kochwasser einrühren. Man kann auch aus „unseren“ Erdäpfeln und Süßkartoffeln Püree mischen.

In der Küche noch vielseitiger als Kartoffeln

Süßkartoffeln gehören zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln auf der Erde. Entsprechend groß ist die Vielfalt an Rezepten. Gratin, Fritatta, Suppe, Gnocchi, Curry, Brot, Nudeln, Püree, Beilage zu Fleischgerichten, sogar Desserts und alkoholische Getränke. In den USA haben Süßkartoffeln Tradition, speziell gebacken als Beilage zum traditionellen Truthahn-Menü zu Thanksgiving.

Farbe: Gold-Orange, Rosa-Orange, es gibt auch weiße und gelbe Sorten, die sind aber selten.
Form: länglich oval
Geschmack: süßlich
Botanik: Ipomoea batatas, Batat, Kumara. Wachsen zwar unter der Erde, sind aber nicht wirklich Kartoffeln (= Nachtschattengewächse), sondern ein Windengewächs.
Qualität: rot/rosarot fleischige Knollen sind die besten.
Verwendung: wie Kartoffeln. Waschen oder schälen, dann kochen, backen, frittieren, überbacken, braten, dämpfen, grillen, sautieren, blanchieren, glasieren, pürieren. In der Mikrowelle garen (zuvor Schale einstechen!) auch möglich. Schmecken auch roh gut.
In der asiatischen Küche werden oft Süßkartoffeln verwendet und auch Nudeln hergestellt. In Japan werden Süßkartoffeln vor allem für Süßspeisen und alkoholische Getränke verwendet. Das Kraut wird in Afrika wie Spinat zubereitet.

Vitamine/Kalorien: „Unsere“ Kartoffel: 77 Kilokalorien (kcal) pro 100 Gramm. Süßkartoffel wegen ihres Zuckergehaltes 86 kcal. Süßkartoffel haben deutlich weniger Kalium, mehr Calcium und signifikant mehr Vitamine B1, B2, B3, A, E und Beta-Carotin als Kartoffeln, aber nur 2,4 mg Vitamin C gegenüber 19,8 mg.

Produzenten: Welt-Jahresernte 140 Millionen Tonnen. Wird in fast allen wärmeren Ländern der Tropen, Subtropen und gemäßigten Zonen der Erde angebaut. Größter Produzent: China. Bedeutendste Lieferanten für den europäischen Markt: Brasilien, Ägypten, Israel. Anbau in Europa: Italien, Spanien, Portugal – und nun auch das Burgenland.

Geschichte/Ursprung: Columbus entdeckte 1492 nicht nur Amerika, sondern auch die Süßkartoffel. Ursprünglich dürfte sie aus Mittelamerika/Lateinamerika (vermutlich Mexiko) stammen.

Rezepte mit Süßkartoffeln

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