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Kultur

"Keinen Millimeter nach rechts": Grönemeyers lautstarker Appell in Wien

Von nachrichten.at   16. September 2019 10:32 Uhr

Herbert Grönemeyer trat im Rahmen seiner "Tumult"-Tour in Wien und Schladming auf. 

Über den Aufruf von Deutschpop-Star Herbert Grönemeyer in der ausverkauften Wiener Stadthalle wird heftig diskutiert.

Die Aufnahmen verbreiteten sich viral im Netz: Am Donnerstag nahm Herbert Grönemeyer, bekannt für sein politisches Engagement, in der ausverkauften Wiener Stadthalle vor rund 14.000 Fans lautstark Stellung gegen Rassismus und für Offenheit und Humanismus. 

So "zerbrechliche und brüchige Zeiten" kenne er nur vom Hörensagen, sagte Grönemeyer. "Wenn Politiker schwächeln, und das ist in Österreich glaube ich nicht anders als in Deutschland, dann liegt es an uns, zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat!", rief der 63-Jährige in die Menge, immer wieder unterbrochen von aufbrandendem Applaus und Jubel. 

"Wer versucht, so eine Situation der Unsicherheit zu nutzen, für rechtes Geschwafel, für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze, der ist fehl am Platz! Diese Gesellschaft ist offen und humanistisch", fügte er lautstark an und beendet das Statement mit den Worten: "Keinen Millimeter nach rechts".

Video: Grönemeyers Appell in der Wiener Stadthalle

Das Video, das die Szene zeigt, wurde auf Twitter am Wochenende nicht nur rund 750.000 Mal angeklickt, auch wurde darüber heftig diskutiert. Als "die furchterregendste, übelste, totalitärste Hassrede, die ich je gehört habe. Das ist Ton und Furor des neuen Terrors von links", bezeichnete etwa die AfD-Politikerin Beatrix von Storch den Auftritt. 

Aber auch gab es auch von linker Seite Kritik am Tonfall des Sängers. "Der Tonfall, mit dem Grönemeyer sein Publikum politisch anheizt, macht mir ein wenig Angst. Ich sag's ungern, aber er klingt wie ein Redner vor 1945", schreibt beispielsweise ein Nutzer. 

Untersützung kam hingegen vom deutschen Außenminister Heiko Maas. "Es liegt an uns, für eine freie Gesellschaft einzutreten und die Demokratie gemeinsam zu verteidigen", schrieb der SPD-Politiker am Sonntag auf Twitter. "Danke an Herbert #Groenemeyer und allen anderen, die das jeden Tag tun."

Einen römischen Gelehrten zitierte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky: "Si tacuisses, philosophus mansisses", ließ er in einer Aussendung von Montag wissen. "In Anlehnung an diesen lateinischen Spruch wäre es besser gewesen, Herbert Grönemeyer hätte sich bei seinem Wien Konzert lieber ausschließlich auf seine Musik konzentriert, anstatt die Konzertbesucher mit linksradikalen Parolen zu malträtieren. Denn wir entscheiden selbst frei und demokratisch über unsere Politik", so Vilimsky.

Wenn sich Grönemeyer schon dermaßen links oute, dann stelle sich die Frage, warum er sich als in London lebender Steuerflüchtling seiner sozialen Verantwortung in seiner Heimat Deutschland entziehe.

Schallenberg stimmt Grönemeyer inhaltlich zu

Außenminister Alexander Schallenberg stimmt dem deutschen Musiker Herbert Grönemeyer zu, der sich vergangene Woche in Wien bei einem Konzert gegen einen Rechtsruck ausgesprochen hatte. "Ich finde die Äußerung von Grönemeyer vom Inhalt her völlig zutreffend", sagte Schallenberg vor einem Treffen der EU-Außen- und Europaminister am Montag in Brüssel.

Es stehe Künstlern natürlich frei, zu sagen, was sie wollen, so der Diplomat, dem jedoch "eigentlich unklar" ist, "wen oder was Grönemeyer eigentlich gemeint haben könnte". Ein Re-Tweet sei "nicht das deutlichste politische Zeichen", sagte Schallenberg in Bezug auf Maas, der Grönemeyer auf Twitter auch mit Worten für dessen politisches Engagement dankte.

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