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Kultur

"Ich suche mir ja nur skurrile Momente aus"

Von Helmut Atteneder   19. Oktober 2018 00:04 Uhr

"Ich suche mir ja nur skurrile Momente aus"
Kurt Razelli, genialer YouTube-Künstler mit Arnold-Schwarzenegger-Maske

YouTube-Künstler Kurt Razelli vertont Parlamentsreden und Alltagsgeschichten. Die OÖN haben mit dem 30-jährigen Wiener, der immer mit Maske auftritt, gesprochen.

Er nennt sich Kurt Razelli, ist Wiener, 30 Jahre alt, DJ, Mashup-Künstler, hat aus Vorsorge für späteren Ruhm bei öffentlichen Auftritten stets eine Schwarzenegger-Maske auf, und seine Bühne ist YouTube. Kurt Razelli macht aus Stronach-Interviews Raps, unterlegt Parlamentsreden mit Discosound und untermalt Marko Arnautovics beste Sager mit Hip-Hop-Melodien. Jetzt hat er mit "Lost in Time, Lost in Space" sein zweites Album vorgelegt. Sein Gesangspartner ist Matthias Strolz.

 

OÖNachrichten: Wer oder was ist Kurt Razelli?

Razelli: Kurt heiße ich ja wirklich und Razelli ist halt ein bissl ein Witz. Ich wollte das Italienische hineinbringen, die frühen Wurzeln.

Sie haben italienische Vorfahren?

Nein, eh nicht. Es klingt halt gut.

Seit wann gibt es Kurt Razelli?

Seit 2011. Ich bin Musiker, und im Grunde sind mir einfach die Stimmen ausgegangen. Irgendwann habe ich mir gedacht, es gibt so viele Botschaften im Fernsehen, die ihren Musikflow haben. Dann dachte ich, na ja, mache ich aus denen einfach Songs. Viele Statisten haben gute Botschaften, und das hat sich so entwickelt, dass es in der Masse gut angekommen ist.

Warum treten Sie immer mit Schwarzenegger-Maske auf?

Na ja, ich will nicht überall erkannt werden, falls ich berühmt werde. Das könnte ja passieren. So kann ich ganz normal einkaufen gehen, ohne Autogramme schreiben zu müssen. Ich war schon immer ein großer Arnie-Fan. Den Arnold wird man immer kennen. Den Razelli hoffentlich auch einmal.

Sie haben einer Prominenz vorgebeugt, die da offenbar jetzt auf Sie zukommt. Ihr Konzert mit Ex-Neos-Chef Matthias Strolz in Wien hatte Kultcharakter.

Damit habe ich ein breiteres Spektrum erreicht als vorher, als ich nur auf YouTube war. Ich wachse ja langsam. Langsam und dafür einen festen Stamm zu haben ist besser, als schnell zu wachsen und bei einem kleinen Windstoß umzufallen.

Ist Matthias Strolz mit seinen markanten Sagern und blumigen Bildern Ihr perfekter Textlieferant?

Würde es mehrere geben, die so emotionale und schöne Geschichten und das noch dazu mit Witz bringen, hätte ich sicher noch Kandidaten für meine Videos.

Sie sitzen also ständig vor dem Fernseher, wenn Sie arbeiten?

Ich schau’ halt gern fern. Meine Lieblingssendungen, etwa "Wir leben im Gemeindebau", "Saturday Night Fever", "Am Schauplatz" oder "Alltagsgeschichten" – so hat das angefangen, dass ich die Bürger von der Straße erwische. Parlamentssitzungen schaue ich mir bei großen Themen wie Rauchen oder Hypo-Skandal auch an.

Wer bekommt welches Musikgenre verpasst, wer wird verrappt, wem verpassen Sie Disco?

Das passiert in der Situation. Ein Rap wird es, wenn viel Text da ist. Wenn es, wie bei Schokozuckerln, wenig Text ist, dann wird es eher Disco oder House.

Ihr Lieblingsopfer ist aber Frank Stronach.

Er hat sich leider früher zurückgezogen, als ich es eigentlich wollte. Das Interview mit Armin Wolf war an sich schon so skurril, und ich habe es vielleicht noch ein wenig skurriler gemacht. Ich suche mir ja nur skurrile Momente aus. Da gab es einmal den FPÖ-Politiker Johann Überbacher aus Tirol, der im russischen Fernsehen auf Englisch zu angeblichen sexuellen Übergriffen von Asylwerbern zu Neujahr in Innsbruck gesprochen hat. Solche Momente schnappe ich gleich auf. Was gesagt wird, verstärke ich durch Wiederholungen. Da kommt die Botschaft besser herüber und bekommt vielleicht einmal Kultstatus. So wie das Schokozuckerl. Da hat sich der Gerald Grosz schon bei mir aufgeregt.

Ist Kultstatus Ihr Ziel?

Es geht schon darum, dass die Botschaft nicht vergessen wird und dass es die Masse erreicht. Es soll nicht nur unterhaltsam sein.

Sie sind eine Art Peter Klien mit Musik und so eigentlich ein Fall für "Willkommen Österreich".

Die haben sich aber noch nicht gemeldet. Vielleicht schreckt sie meine Maske ab. Aber, ja, hoffentlich.

 

Diese acht Razelli-Song sollten Sie gehört haben: 

"General Stronach"

 

"Hypo Alpe Adria"

 

"Schokozuckal"

 

"Arnautovic Drama"

 

"Das ist nicht ok"

 

"Rauchen"

 

"Django"

 

"Überbacher Song"

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