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Großes Gaumen-Kino in Wels: Gourmetstätte neu belebt

Christoph Parzer hat Anfang Oktober eine würdige Grabmer-Nachfolge angetreten.

Koch Christoph Parzer kann auch Steaks. Bild:

D er Name ist derselbe geblieben. Auch der Gourmet-Faktor ist weiter hoch. UInd doch ist alles anders im Fortino in Wels. Eigentümer Molto Luce hat das Innenleben noch trendiger gestaltet. Christoph Parzer ist seit Oktober neuer Pächter. Er hat die Klosterstube in Traunkirchen hinter sich gelassen und das Fortino von der Familie Grabmer, die sich auf die Waldschänke in Grieskirchen konzentriert, übernommen.

Wie es Mode ist, gibt es im Fortino auch Steaks. Und dies auf höchstem Niveau: trocken gereift, bei 850 Grad gegrillt und mit vielen Saucen und Beilagen.

Doch sein Können spielt Parzer so richtig in der verspielt-kreativen Gourmetküche aus. Da wird angerichtet, dass es eine Augenweide ist. Auch mit Texturen und Mundgefühl wird gespielt. Gepoppter Reis kontrastiert mit Püree-Molligkeit. Mousse wird mit Holler gefärbt, dass es fast grün wirkt und zu Rätselspielen bei Tisch führt.

Doch der Reihe nach. Die mollig-intensive Traunkrebs-Schaumsuppe mit Birne, Goldrüben und gebratenen Garnelen (12 Euro) wird so flott serviert, dass man mit dem Gedeck (Nussbutter, Kürbiskern-Aufstrich, Geselchtes, 3,50 Euro) fast noch nicht fertig ist.

Ein bisschen Chichi ist das Eingießen der Suppe vor dem Gast. Doch großes Gaumenkino will zelebriert werden.

Die Vorspeisen-Fjord-Forelle (17 Euro) mit Gurke, Rettich, Senfkorn, Leindotteröl und Kapuzinerkresse ist ein Geschmacks-Feuerwerk. Wie in Gourmetlokalen Usus, werden auf der Karte nur die Zutaten, nicht die Zubereitungsart angegeben. Das Trüffelschwein (19 Euro) kommt als Schweinebauch-Würfel, 48 Stunden gegart, mit dichtem Jus daher. Neben Püree mit eingelegten Radieschen thront ein Würfel hausgemachte Blunze, bekränzt von geraffeltem Apfel, angenehm mit Kren versetzt.

Seeteufelfilet (26 Euro) wird mit zweierlei Karfiol, gepopptem Reis und gebratener Schwarzwurzel serviert. Tomatensalat (6 Euro) besteht aus Paradeiser-Raritäten.

Der Salzkammergut-Sommerbock, zart-rosiges Rückenstück, vermählt sich mit Kerbel, Sellerie, Vogelbeere, Waldpilzen und Kohlsprossen (36 Euro).

Das Valrhona-Schokodessert (14 Euro) mit Passionsfrucht, Kiwi und Macaron ist angerichtet wie ein ziseliertes Gemälde. Riesige Weinkarte!
Fazit: Hier kocht ein Ehrgeiziger, der weiter nach oben will.

******

OÖN-WERTUNG

Küchenleistung: fünf von sechs Kochlöffeln
Notiz: Gourmet(menü)küche gibt´s mittags preiswerter als Business-Lunch.

INFOS ZUM LOKAL
Fortino

Kategorie: Restaurant
Europastraße 45, 4600 Wels
Tel. 07241/211889
Offen Di.-Sa. 11 bis 24 Uhr
Ruhetag: Sonntag, Montag

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Artikel Karin Haas 25. Oktober 2018 - 11:22 Uhr
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