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Städtecheck

Die Liebe zu Perg wächst langsam, aber beständig

Von Ernst Reinhard Schöggl und Bernhard Leitner    06. Dezember 2011

Die Liebe zu Perg wächst langsam, aber beständig
Zu einer lebendigen Stadt gehört auch Straßenverkehr.

Ein Fabeltier – das Einhorn – prangt auf dem Perger Stadtwappen. Sagenhaft ist auch der wirtschaftliche Aufstieg, den die Stadt in den vergangenen Jahren hingelegt hat. Und an den heimischen Stammtischen macht so manches „Märchen“ die Runde.

Ubi patria, ibi bene“ heißt ein römischer Spruch. „Wo meine Heimat ist, geht es mir gut.“ Man könnte diesen Spruch auch umdrehen: „Wo es mir gut geht, ist meine Heimat.“ Wie auch immer. Kann man sich in einen Ort und seine Menschen verlieben?

Meine Liebe hält sich in Grenzen, und die Grenze ist Perg. Ich überschreite gerne Grenzen, bin aber bislang immer zurückgekommen auf den Boden meiner liebgewordenen Tatsachen. Irgendwann muss der Mensch ja einmal hinaus in die weite Welt, und das nicht nur, weil es in Perg keine Universität gibt. Aber in Perg tut man alles, damit man gerne wieder heimfindet, sogar Wein wird angebaut. Und ein echter englischer Stockbus und eine Straßenbahn auf Rädern touren durch Perg, um die große Welt hereinzuholen.

In München bin ich im Fußballstadion unter zigtausenden Fans gesessen, von denen ich keinen einzigen gekannt habe, aber was ist das schon gegen so ein Highlight wie das ewige Derby Perg – Naarn, wo für eineinhalb Stunden der Nachbar zum Erzfeind wird und anschließend in der Nachtbar zum Busenfreund?

Man schlägt Wurzeln, ohne es zu merken. Irgendwann lassen sie sich nicht mehr ausreißen. Paris, London, New York – Traumstädte der Welt! Perg ist der Wachzustand. Hier bin ich, hier lebe ich. Hier finde ich alles, was ich brauche: Bildung, Ausbildung, Arbeit, Freizeitvergnügen. Perg ist erlebte Satire. Hier wird das Handwerk großgeschrieben. Darum gibt es gar so viele Stammtischler. Die Perger Wirtschaft geht über die bloße Gastwirtschaft weit hinaus. Perg ist auch eine Schulstadt. Statt bloß in die Schule, geht man mitten hinein ins Leben. Und dass in Perg auch Kultur erzeugt wird, davon zeugt ein Kulturzeughaus, kurz KUZ genannt.

Viele kommen und bleiben. Perg wächst, wird vielfältiger. Die Welt kommt zu uns, trotzdem sind wir nicht die Welt, noch nicht. Naja, da fehlt noch ein wenig. Aber daran wird in Perg gearbeitet. Schritt für Schritt.

Immerhin: Die Neugestaltung und Verkehrsberuhigung des Hauptplatzes nimmt Formen an. Stadt mit Herz, was will ich mehr? Parkplätze? Ein Stück zu Fuß schadet nicht. Du bewegst. Auch wenn dein Herz oft überlaut pocht und deinen Verkehrsadern manchmal der Infarkt droht, du bist voller Leben! Und wenn am Karfreitag die Glocken der Pfarrkirche schweigen, dann merke ich, wie sehr mir ihr Geläute abgeht. Kann man sich in einen Ort und seine Menschen tatsächlich verlieben? Man kann! „Ibi Perg, ibi bene!“

 

Perger Stammtischkultur

A Menge Leit sitzn heit wieda um den Staumtisch herum. „I bleib herdau“, sagt da Joe, wei i bi glei dahi, i loss di zuwi.“ Oba da Peda wü net zuwi. „Ruck a Stickl“, sogt er, und wei da Joe net ruckt und hucka bleibt auf sein Oarsch, hoit er si an Sessl und zwickt si eini herdau.

De wos zum Sogn hobm, sitzn herdau, wauns a aufsteh miassn, waun oana vo denan, de hibei sitzn, dauna muass. Und de wos nix zum Sogn haubm, sitzn hibei. Und de wos überhaupt nix zum Sogn haubm, sitzn hibeierbei. Bled is, waun da Hibeierbeieri aufsteh muass aufs Häusl oder wei er hoam muass. Waun da Hibeierbeieri aufsteh wü, daun miassn da Hibeieri, da Herdauneri und da Herdaunadauneri aufsteh, nur wei der Häuslbrunza hibei dauna muass. Drum wü koana hibei hucka und hibeierbei scho goar net. „Zwöfi is, mia miassn“, sogt da Schwammerlprofessa zum Schuiprofessa. Da Schwammerlprofessa woar eh da Herdaunerdauneri und da Schuiprofessa da Herdauneri. Hiaz is da Schuiprofessa endli da Hidaunadauneri, aber aufsteh braucht er net, wei da Hibeiere mitn Hibeierbeiern nu a Bummal schnopst.

Do kimmt da Don Krawallo und er muass wieda rucka, da Schuiprofessa, wei da Krawallo sitzt hiazt dort, wo sunst da Schwammerlprofessa sitzt. Und waun olle zwoa do san? Daun sogt da oane zum aundan: „Ruck a Stickl, wei i geh glei wieda“, und da aundere sogt: „Du kaunst mi in Oarsch lecka, huck di woaunders hi!“ Nur waun da Spoarkassadirekta kimmt und sein Tee trinkt, daun ruckan olle zwoa. (aus: „Wirtshauspoesie“)
 

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