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Wirtschaftsraum OÖ

Industrie kritisiert "Schieflage" bei Fachhochschulen

05. Januar 2022 00:06 Uhr

Industrie kritisiert "Schieflage" bei Fachhochschulen
Der Campus Steyr ist einer von vier Standorten der FH Oberösterreich.

LINZ. Hälfte aller Studienplätze in Ostösterreich - Industriellenvereinigung sieht Oberösterreichs Trägerstruktur als Nachteil.

Etliche Beschäftigte in heimischen Unternehmen haben eine akademische Ausbildung an Fachhochschulen absolviert. Wenn es um die österreichweite Zuteilung der Studienplätze in den Fachhochschulen geht, gebe es jedoch eine "Schieflage", kritisierte gestern, Dienstag, die Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) in einer Aussendung. Dies gehe zu Lasten des Industrie- und Wirtschaftsstandorts.

"Im FH-Sektor zeigt sich eine ausgeprägte Wien/Niederösterreich-Lastigkeit", sagt Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Interessenvertretung. Die beiden Bundesländer in Ostösterreich hielten zusammen etwa die Hälfte aller 59.000 Studienplätze (Wintersemester 2020). Zum Vergleich: Oberösterreich kam zuletzt mit den vier FH-Standorten Wels, Hagenberg, Steyr und Linz auf 7326 Studienplätze.

Die Standorte in Oberösterreich seien bei Forschung und Entwicklung die klare Nummer eins aller Fachhochschulen in Österreich, mit der FH Gesundheitsberufe OÖ im medizinischen Bereich stark und auch eng mit der Industrie verzahnt. Allerdings werde die "schlanke Trägerstruktur" für Oberösterreich zum Nachteil, sagt Haindl-Grutsch. In Österreich gebe es derzeit 21 Fachhochschulträger an 33 Standorten. Während es in Wien und Niederösterreich je fünf Träger für fünf bzw. sieben Standorte gebe, seien es in den restlichen Bundesländern nur je ein bis zwei. "Es ist eine Frage, wie viele FH-Träger für ein effizientes Management des Sektors im Bundesland notwendig sind. Eine höhere Zahl an Trägerorganisationen bringt aber offensichtlich Vorteile bei der Zuteilung von Studienplätzen durch das Ministerium."

"Keine Gießkannen-Methode"

Vergleiche man die Zahl der Studienplätze mit dem Bevölkerungsanteil und dem industriellen Wertschöpfungsanteil, sei die Schere zwischen Wien/Niederösterreich und Restösterreich in den vergangenen Jahren immer stärker aufgegangen. Ein "Fortschreiben der Gießkannen-Methode" sei nicht akzeptabel, sagt der IV-OÖ-Geschäftsführer. Es sei notwendig, stärker auf die Nachfrage aus der Wirtschaft und auf Standortanforderungen einzugehen. Bedarf habe Oberösterreich vor allem bei Technik-relevanten FH-Studienplätzen.

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