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Wirtschaft

Skigebiete bleiben offen, aber "fast alle schreiben Verluste"

Von nachrichten.at/apa   18. Januar 2021 14:58 Uhr

WIEN. Ohne Gastronomie und Hotellerie kommt auch das Geschäft auf den Pisten nur schwer in Schwung.

Die Seilbahnen dürfen auch im harten Lockdown, der nun bis 7. Februar verlängert wurde, weiterhin offenhalten. Voraussetzung sind das Abstandhalten beim Anstellen und das Tragen von FFP2-Masken in den Gondeln. Ob und wie lange das auch wirtschaftlich sinnvoll ist, berät die Branche Montagnachmittag in einer Bundesausschusssitzung, wie die Tageszeitung "Kurier" online berichtete. 

"Wir stimmen uns am Nachmittag auf Fachverbandsebene mit den Kollegen ab", sagte der Fachgruppenobmann der Kärntner Seilbahnen, Manuel Kapeller-Hopfgartne. Man sei bemüht, das Skifahren aufrechtzuerhalten. "Aber keiner kann seinen Berg woanders hinversetzen. Wir müssen einen gemeinsamen Nenner finden", so Kapeller-Hopfgartner. Am Dienstagnachmittag erfolge in einer weiteren Videokonferenz ein Gespräch mit allen Kärntner Seilbahnbetreibern.

"Fast alle Skigebiete schreiben Verluste"

"Aufgrund der gestrigen Ereignisse, die natürlich eine Schockwirkung auf die Branche haben, haben wir kurzfristig eine kurze Beratung einberufen", erklärte der Obmann des Fachverbands der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Franz Hörl. "Das ist nichts anderes als eine ganz normale Arbeitssitzung", schwächte er ab. Ein Offenhalten sei vor allem für die einheimischen Gäste und Skifahrer wichtig. "Fast alle Skigebiete schreiben Verluste", betonte er aber im gleichen Atemzug und verwies auf die wegen der Coronapandemie behördlich verfügte Beförderungsbeschränkung auf 50 Prozent.

Es rechne sich eigentlich für fast kein Skigebiet - die in der Nähe der Stadt hätten bessere Ergebnisse. "Der Wille ist nach wie vor ungebrochen offenzuhalten - die Frage ist, ob sich das alle leisten können", so Hörl. "Für den Februar/März hatten wir Hoffnung, dass sich das zum Besseren wendet, jetzt brauchen wir einfach eine Standortbestimmung - mehr ist es nicht."

OÖN im Gespräch: Die nächste Rabattschlacht in den Geschäften steht bevor. Was für Kunden nach Schnäppchenjagd klingt, könnte für viele Shops das Ende bedeuten. Dietmar Mascher, Leiter des OÖN-Wirtschaftsressorts, spricht über die massiven Folgen des verlängerten Lockdowns für den Handel und über Rettungsmaßnahmen für die Gastronomie.

OÖN im Gespräch: Lockdown-Verlängerung und dessen wirtschaftlichen Folgen

Allein in der Kärntner Seilbahnwirtschaft Spuren hinterließen der Lockdown und die damit verbundenen Einschränkungen einen Umsatzrückgang von 50 bis 70 Prozent - regional zum Teil sogar deutlich mehr. "Wir beobachten, dass die kleineren Skigebiete teilweise von der Situation profitiert haben, weil die Leute nicht so weit fahren wollen, wenn eh keine Hütten in anderen Skigebieten offenhaben - bei den größeren Skigebieten schaut es teilweise schlecht aus", sagte der Kärntner Seilbahnobmann. Betroffen seien in Kärnten vor allem das Nassfeld, Bad Kleinkirchheim, die Turracher Höhe oder Heiligenblut. Alles Gebiete mit regem Tourismus in normalen Jahren.

"Die Politik ist aus unserer Sicht gefordert, die richtigen Werkzeuge zur Verfügung zu stellen", so der Spartenobmann. Bei Investitionen von 5 Mio. Euro alleine auf der Gerlitzen sei ein Umsatzersatz von maximal 800.000 Euro aber ein Tropfen auf dem heißen Stein, meinte er mit Blick auf die Wirtschaftshilfen der Regierung. "Wir haben acht Monate Revisionsarbeiten, damit wir vier Monate öffnen können. Das ist alles bereits im Voraus sehr kostenintensiv."

Alleine in Kärnten seien im vergangenen Jahr 22 Mio. Euro in die Seilbahnwirtschaft investiert worden. Jeder habe Verbindlichkeiten und Kreditzahlungen, die nun Anfang des Jahres schlagend würden. "Doch den Betreibern fehlt schlicht und ergreifend das Geld", sagte der Branchenkenner.

Erschwerend komme hinzu, dass viele der in Kärnten errichteten Anlagen in die Jahre gekommen seien und in den nächsten Jahren erneuert oder saniert werden müssten, damit die Konzessionen weiterlaufen und die Bahnen ein neues "Pickerl" bekommen. "Doch Investitionen in die Liftanlagen erfordern einen Nachweis von 50 Prozent Eigenkapital. Woher sollen die Betreiber dieses Geld nehmen? Das ist eine Abwärtsspirale", mahnte Kapeller-Hopfgartner.

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