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Wirtschaft

Sachsen als "digitales Camp", in dem Volkswagen alles auf eine Karte setzt

Von Gerald Mandlbauer aus Leipzig   14. März 2019 07:26 Uhr

Sachsen als "digitales Camp", in dem Volkswagen alles auf eine Karte setzt
ZDas Porsche-Werk Leipzig: 2025 wird der Macan vollelektrisch.

Besuch einer Oberbank-Delegation im Freistaat, der sich als Zentrum für E-Mobilität sieht.

"Die erste Halbzeit der Digitalisierung hat Europa nicht gewonnen", sagt Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig. Der deutsche Freistaat möchte daher als Musterlabor für digitale Ökonomie wahrgenommen werden und pumpt hunderte Millionen Euro in Infrastruktur und Forschung. Detto machen es die in Sachsen ansässigen Autobauer. Volkswagen entwickelt Zwickau zum Nukleus für E-Mobilität.

Bei einem Besuch einer oberösterreichischen Delegation mit Landespolitikern und Wirtschaftsvertretern, organisiert von der Oberbank, skizzierte Volkswagen-Manager Kai Siedlatzek, welch rasanten Spurwechsel sich der Konzern verordnet. Bis 2025 wird VW 80 rein elektrisch angetriebene Autos vorstellen, sechs davon allein im nächsten Jahr. Das sächsische Werk Zwickau wird die E-Zentrale sein. Siedlatzek: "Wir betreten Neuland. Autos werden rollende iPhones. Und wir hier sind das größte Trainingslager bei dieser Digitalisierung." 44 Milliarden Euro wird VW investieren, "wir gehen all in", hieß es vor den Gästen aus Oberösterreich. Dresdens Oberbürgermeister fährt Elektro-Golf. Die Hauptstadt vervierfacht die Zahl der Ladestationen, ähnlich in Leipzig, wo Porsche diese Woche den Grundstein für ein neues Werk legte, in dem der neue E-Macan produziert werden soll. "Das ist wie Umziehen im Kleiderschrank", weil VW neue Modelle entwickelt und die alten Verbrenner weiter liefern muss.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung zu den Gästen aus Oberösterreich: "Vor 20 Jahren sind wir hier vor den Toren der Stadt an leeren Feldern vorbeigefahren. Heute geht die Stadt durch die Decke." 70 Prozent aller Porsches werden in Leipzig gefertigt. Im Autobau sind in der Großregion 70.000 Leute beschäftigt. Nach Berlin ist Leipzig die zweite deutsche Start-up-Stadt. Der neue Flughafen wird 24 Stunden angeflogen. Seit 2005 hat Leipzig 100.000 Einwohner zusätzlich angezogen.

Ähnlich Dresden, das laut Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die größte Dichte an Forschungseinrichtungen in Deutschland hat. Sachsen stütze dies mit weiteren Investitionen, sagte Kretschmer im Rahmen eines Arbeitsfrühstücks mit Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer und Oberbank-Chef Franz Gasselsberger. 700 Millionen Euro pumpt der Freistaat in einen Digitalisierungsfonds. Er errichtet 30 neue Schulen und will flächendeckendes 5G.

Neue Oberbank-Filialen

Im Rahmen eines Abendempfangs im Kurländer-Palais, das bis vor 15 Jahren noch eine Ruine war, präsentierte die Oberbank ihre Sachsen-Pläne. Sie wird Filialen in Dresden, Leipzig und Chemnitz sowie eine weitere in Halle/Saale eröffnen, weil der Freistaat nichts mehr mit jener Krisenregion zu tun habe, die er nach der Wende gewesen ist. "Wie Wirtschaftspolitik geht, haben wir bewiesen", sagte Kretschmer. Sachsen produziert Budgetüberschüsse und hat nach Bayern die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung. Oberösterreichs Wirtschaftsfunktionäre waren vor allem von der Hochschullandschaft beeindruckt. "Da kann man neidisch werden", sagten Doris Hummer und Industrie-Präsident Axel Greiner im Gleichklang.

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C Ministerpräsident Michael Kretschmer (Mitte) mit Gästen aus Oberösterreich
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