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Jugend und Beruf

Begleiten statt bevormunden: Wie Eltern bei der Bildungs- und Berufswahl unterstützen können

Von Sonderthemen-Redaktion   02. Oktober 2021 00:04 Uhr

Begleiten statt bevormunden: Wie Eltern bei der Bildungs- und Berufswahl unterstützen können
Eltern sind wichtige Ansprechpersonen und kennen die Fähigkeiten und die Interessen ihres Kindes.

Den richtigen Beruf, die richtige Ausbildung finden – eine Herausforderung nicht nur für Jugendliche: Auch den Eltern kommt dabei eine prominente Rolle und somit eine große Verantwortung zu. Sie fungieren als wichtige Berater und "Co-Piloten" ihres Kindes.

Die erste Berufs- oder Ausbildungswahl ist eine spannende Entscheidung. Eltern und Erziehungsverantwortliche sind wichtige Vertrauenspersonen, die in diesem Selbstfindungsprozess eine maßgebliche Rolle spielen. Wie groß diese ist, zeigt eine von der Arbeiterkammer (AK) beauftragte Studie der Uni Wien. Für diese wurden bereits im Wintersemester 2019/20 – also vor Beginn der Corona-Einschränkungen – mehr als 200 Schüler der vierten Klassen der AHS-Unterstufe bzw. der Neuen Mittelschule (heute: Mittelschule) befragt.
In beiden Gruppen wurden die Eltern nicht nur als Vorbilder für den Berufswunsch, sondern auch als wichtigste Informationsquelle bei der Berufsentscheidung gesehen. Doch wie können Eltern dieser bedeutsamen Aufgabe am besten nachkommen?

Unterstützen ohne Druck
Wichtig ist, dass sich die Erziehungsverantwortlichen klarmachen, dass die Bildungs- und Berufswahl ein Prozess ist, in dem viele Wege zum Ziel führen. Ist eine Entscheidung getroffen, so kann diese vielleicht für drei bis fünf Jahre gültig sein. Danach öffnen sich wieder neue Chancen, denn das Bildungssystem in Österreich ist durchlässig und Berufsbiografien sind längst nicht mehr nur geradlinig. Mehrfache Um- und Neuorientierung ist in einer dynamischen Arbeits- und Berufswelt alltäglich. Viele unterschiedliche Wege führen also nicht nur nach Rom, sondern auch zu einem erfüllten Berufsleben.
Bei der Vielfalt an beruflichen Möglichkeiten ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Eltern müssen aber keinesfalls Experten am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sein, sondern fungieren vielmehr als Begleiter, die beraten, nachfragen, Chancen erkennen und die Selbstständigkeit fördern.

Früh übt sich
Berufsorientierung beginnt nicht erst am Übergang von der Schule zum Arbeitsleben, sondern bereits viel früher. Eltern unterstützen ihre Kinder, indem sie deren Fähigkeiten, Interessen und Begabungen erkennen und diese fördern – ohne Druck, aber stets mit Ermutigung.
Die Botschaft an das Kind sollte lauten: "Du kannst alles ausprobieren, in deinem ganz eigenen Tempo. Dabei hast du meine vollste Aufmerksamkeit und Unterstützung!"

Über den Tellerrand blicken
Junge Menschen sollten sich bei der Berufsentscheidung stärker an ihren individuellen Stärken und Interessen orientieren als an der Frage, welcher Beruf typisch für das jeweilige Geschlecht ist. Daher ist es ratsam, dass Eltern darauf achten, welche Rollenvorstellungen sie bewusst oder unbewusst verinnerlicht haben und wie sie diese ihren Kindern transportieren. Eine Auseinandersetzung mit Stereotypen kann die Jugendlichen ermutigen, sich Perspektiven jenseits klassischer Rollenbilder offen zu halten.

Zuhören, aber nicht werten
Eltern sollten die Berufswünsche ihrer Kinder ernst nehmen und diese nicht aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen oder Ängste werten. Die Vor- und Nachteile von Berufen und Lebensentwürfen sollten aber natürlich aufgezeigt und sachlich besprochen werden – nicht um zu entmutigen, sondern um dem Kind dabei zu helfen, die eigenen Vorstellungen auf Realisierbarkeit zu prüfen.

Erfahrungsräume schaffen
Praktische Einblicke in die Arbeits- und Berufswelt gehören zu den wichtigsten Entscheidungsgrundlagen in der Bildungs- und Berufswahl. Bei berufspraktischen Wochen in der Schule und anderen Schnuppermöglichkeiten können junge Menschen Tätigkeiten selbst ausprobieren, die Arbeitsumgebung und die Arbeitsbedingungen kennenlernen und so die eigenen Vorstellungen mit der Realität abgleichen. Weiterführende Schulen bieten oft Schnuppermöglichkeiten an. Auch indem Eltern von der eigenen Arbeit und ihren Erlebnissen in der Ausbildung und bei der Berufswahl erzählen, ermöglichen sie ihren Kindern, Erfahrungen zu sammeln.

Angebote gibt es zahlreiche
Es besteht heute ein sehr breites Angebot an Bildungs- und Berufsorientierungsmaßnahmen. Neben den Angeboten in der Schule bieten öffentliche Beratungsstellen, (virtuelle) Bildungsmessen oder "Tage der offenen Tür" Möglichkeiten zur umfassenden Information. Viele Beratungsstellen bieten auch kostenlose Berufsberatungen für Jugendliche und Eltern an.

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