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Wirtschaft

Die Gründer-Familien halten bei Spar weiter das Ruder fest in der Hand

27. Juni 2020 07:15 Uhr

Die Gründer-Familien halten bei Spar weiter das Ruder fest in der Hand
Spar Österreich beschäftigt in seinen Lebensmittelketten 44.000 Mitarbeiter.

SALZBURG/LINZ. Der Steirer Fritz Poppmeier wird Chef, der Linzer Marcus Wild rückt in den Vorstand auf.

Es war ein Meilenstein in der Geschichte von Spar, als sich im Jahr 1970 zehn Großhandelsfirmen zur "Spar Warenhandels AG" zusammenschlossen. Seit damals stellen die Familien Drexel (Vorarlberg), Reisch (Tirol) und Poppmeier (Steiermark) als die drei größten Eigentümer den Konzern-Chef. Das wird sich auch nicht ändern, wenn Gerhard Drexel (64) nach 20 Jahren mit Ende 2020 seinen Sessel als Vorstandsvorsitzender räumt. So stammt sein designierter Nachfolger Fritz Poppmeier ebenfalls aus einer Familie der Spar-Gründer. In den Vorstand rückt der Linzer Marcus Wild auf. Schon dessen Vater Siegfried prägte einst als Spar-Händler in Steyr die moderne Handelslandschaft mit.

Dass die Chefs immer aus den Gründerfamilien kommen müssen, sei nicht in Zement gegossen, heißt es aus der Führungsetage. Der Weg ist aber durchaus erfolgreich: Spar hat den Hauptkonkurrenten Rewe (Billa, Merkur und Penny) überholt und mit einem Anteil von zuletzt 35 Prozent die Marktführerschaft im heimischen Lebensmittelhandel übernommen. 2019 beschäftigte Spar in Österreich allein in seinen Lebensmittelketten 45.700 Mitarbeiter und verfügte über mehr als 1500 Standorte der Marken Spar, Eurospar, Interspar und Maximarkt.

Die Besitzverhältnisse

Bemerkenswert ist, dass Spar heute von den ganz großen Ketten das einzige österreichweit tätige Lebensmittel-Handelsunternehmen ist, das in österreichischem Besitz ist. So sind auch weiterhin alle zehn Gründerfamilien (darunter die Familien Wild aus Steyr und Philipp aus Wels) am Konzern beteiligt. In Summe halten sie 93 Prozent.

Die Idee importiert

Die Spar-Idee selbst wurde schon im Jahr 1954 aus den Niederlanden "importiert". Kleine Lebensmittelhändler hatten damit plötzlich eine durchgängige Marke, die den Konsumenten Verlässlichkeit signalisieren sollte. Damit hatte der "Konsum", der den Markt beherrschte, einen Gegenspieler. Der Unterschied: Die Konsumgenossenschaft war nur in größeren Orten aktiv, Spar hatte auch viele Dorfkrämer als Partner und bot ihnen Großeinkauf aus einer Hand mit entsprechenden Kostenvorteilen an. 1970 folgte vor allem auf Betreiben von Hans Reisch die Fusion zur AG – siehe oben. Ein Nachfahre von Reisch, Hans K. Reisch (59), wird mit Jahresbeginn auch stellvertretender Chef. Neben Marcus Wild (57) rücken Markus Kaser (48) und Paul Klotz (54) in den Vorstand auf. Da sich Spar noch stärker als mitteleuropäischer Handelskonzern ausrichten will, "werden in Zukunft auch fünf statt bisher vier Vorstände im Konzern-Vorstand tätig sein", hießt es seitens des Handelsunternehmens. Der Linzer Wild war bisher Chef der Spar-Shoppingcenter-Tochter SES und wird künftig im Vorstand für SES, Immobilien, die Sporthandelsfirma Hervis und Business Process Management zuständig sein. (viel)

Die Spar-Gruppe

Mit 45.700 Mitarbeitern ist Spar Österreich der größte private heimische Arbeitgeber. Der Jahresumsatz von 7,2 Milliarden Euro im Jahr 2019 stellte ein Wachstum von 4,7 Prozent zum Vorjahr dar. Mit einem Marktanteil von zuletzt 35 Prozent ist Spar die Nummer eins im Land.

Mit den Nachbarländern Nordost-Italien, Slowenien, Ungarn und Kroatien beschäftigt die Spar-Österreich-Gruppe (Spar, Eurospar, Interspar, Maximarkt, Hervis, Spar European Shopping Centers) rund 85.000 Mitarbeiter.

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