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Motorsport

Jänner-Rallye-Sieger Wagner: "Ich lasse mir keinen Druck machen"

Von Markus Prinz   13. März 2019 15:56 Uhr

Die vielen fleißigen Heinzelmännchen der Jänner-Rallye
In der Service-Zone rund um die Messehalle Freistadt wurden die Autos - hier von Julian Wagner - rennfertig gemacht. (lebe)

LEUTSCHACH. Julian Wagner reist heute in die Südsteiermark zur Rebenland-Rallye, wo am Freitag der zweite Bewerb in der österreichischen Rallyemeisterschaft gestartet wird.

Nach seinem letzten Arbeitstag für diese Woche macht sich Jänner-Rallye-Sieger Julian Wagner heute Nachmittag nach Leutschach in die Steiermark. Morgen zwischen 9 und 20 Uhr dürfen die Wertungsprüfungen besichtigt werden. Am Nachmittag steht außerdem noch ein Roll-Out des Skoda Fabia R5, den Julian Wagner auch beim zweiten Lauf der ÖRM pilotieren wird, auf dem Programm. Am Freitagmittag wird die Rebenland-Rallye dann gestartet.

Wir haben mit Julian Wagner über die Tage und Wochen nach dem Sieg in Freistadt, über die Erwartungen für die weitere ÖRM-Saison und über die berufliche Beziehung zu Raimund Baumschlager gesprochen. Der 24-jährige Mauthausener im OÖN-Interview:

 

OÖNachrichten: Knapp zweieinhalb Monate sind seit Ihrem Sieg bei der Jänner-Rallye vergangen. Wann haben Sie Ihren Erfolg realisiert?

Julian Wagner: Puh, das hat lang gedauert, weil mir im Vorhinein nicht klar war, dass wir vorne mitfahren können. Es war meine erste Rallye im R5, die erste Rallye unter Raimund Baumschlager. Es war alles so überraschend und damit schwer zu verarbeiten. Und der Ausfall von Simon hat mir weh getan. Wir sind Brüder und haben uns seit Junioren-Kart-Zeiten gepusht. Da tut sowas weh. Die ganzen Glückwünsche waren der Wahnsinn, das war noch nie so.

Hat sich seitdem für Sie etwas verändert?

Nein, also die Erwartungshaltung bei mir und im Team bleibt dieselbe. Wir nehmen diese ÖRM-Saison als Lehrjahr. Alles, was an guten Resultaten damit einhergeht nehmen wir dankbar mit. Wir fahren wegen dem Sieg in Freistadt jetzt sicher nicht auf vollen Angriff.

Die nächste Rallye, die Rebenland-Rallye, wird auf Asphalt gefahren. Was ändert sich dadurch für Sie?

Ich habe auf Asphalt deutlich mehr Erfahrung. Die Jänner-Rallye war mit der Ausnahme von drei Prüfungen im Jahr davor generell meine allererste Erfahrung mit einem Rallyeauto auf Schnee. Und auf Asphalt bin ich ja doch schon einiges gefahren - wenn auch nicht im R5. Im Fabia sind wir bis jetzt nur 50 Kilometer auf Asphalt gefahren. 30 Kilometer werden am Donnerstag noch dazu kommen bei einem kurzen Roll-Out.

Sie sind schon zweimal im Rebenland gestartet. Wie waren Ihre Erfahrungen?

Ich bin zweimal hier gestartet, einmal ausgefallen und einmal nach einem Reifenschaden noch Dritter in meiner Klasse geworden.

Können Ihnen diese Erfahrungen heuer helfen?

Die Sonderprüfungen sind heuer genau so geplant, wie 2017. Ich habe mir deshalb schon einmal die Onboard-Videos von damals angeschaut. Das hilft, ist aber nicht so wertvoll, wie die Erfahrung, die die meisten anderen mitbringen.

Wie hilft Ihnen Ihr Teamchef bei der Rallye?

Er organisiert alles und hilft mir enorm weiter. Er kennt das Auto so gut und stimmt es auf mich ab. Bei der Jänner-Rallye hat er anhand eines Zwei-Minuten-Onboard-Videos erkannt, wie ich schneller werden kann. Und ich hoffe, dass er mir auch am Donnerstag wertvolle Tipps geben kann. Ich kann mich auf alles zu einhundert Prozent verlassen, was er mir sagt.

Wie hat er Ihren Erfolg im Mühlviertel miterlebt?

Er hat mich nach der letzten Prüfung im Ziel in den Arm genommen und hatte dabei Tränen in den Augen. Er ist mit so viel Hingabe bei der Sache und hat den Sieg bei der Jänner-Rallye noch besonderer für mich gemacht. Ich könnte mir keinen besseren Teamchef wünschen.

Ihr Bruder Simon startet nächste Woche in die Junioren-Europameisterschaft. Gibt es da so etwas wie Neid unter den Wagner-Brüdern?

Nein, auf keinen Fall. Wir müssen beide schauen, dass wir aus unserem Budget da beste herausholen. Da darf keiner dem anderen neidisch sein. Wir fiebern beide beim jeweils anderen mit und lernen aus den Fehlern.

Sind auch für Sie heuer internationale Rallyes geplant?

In der österreichischen Rallyemeisterschaft werden wir alle Bewerbe bestreiten. Darüber hinaus ist aber nichts geplant.

Was sind Ihre Ziele? Sie sind mit 24 noch recht jung. Darf man da von der Weltmeisterschaft träumen?

Das ist noch sehr sehr fern, aber träumen tu' ich davon schon ab und zu.

Wie lässt sich das Rallyefahren für Sie mit dem Alltagsberuf vereinbaren?

Die meisten Rallyes haben donnerstags die Besichtigung und am Freitag und Samstag wird gefahren. Das kommt mir entgegen, weil ich mir damit pro Rallye nur eineinhalb Urlaubstage eintragen muss. Außerdem arbeite ich als Mechaniker bei einem meiner Sponsoren, der Chef ist stolz auf die Leistungen von uns Wagner-Brüdern. An dieser Stelle möchte ich ein Danke an das Autoland Hinterleitner ausrichten. 

Sie werden die Rebenland-Rallye mit der Nummer eins bestreiten. Ist das etwas Besonderes für Sie?

Ja, das ist eine große Ehre. Ich fühle mich zwar nicht, als hätte ich das verdient, aber es ist etwas Besonderes. Dennoch lasse ich mir keinen Druck machen.

Was muss man beachten, wenn man als Erster auf die Strecke geht?

Das ist ein Punkt, wo die Informationen von Raimund viel wert sein werden. Wir werden noch darüber reden, aber ich glaube, dass der Einser auf einer Asphalt-Rallye kein Nachteil sein wird. Bei der Rebenland-Rallye wird traditionell viel gecuttet (Kurven geschnitten, Anm.), da kommt von Fahrer zu Fahrer mehr Schmutz auf die Fahrbahn. Allerdings werde ich nicht sehen, wo die anderen die Bremspunkte gesetzt haben. Es wird spannend.

Wir wünschen viel Erfolg!

Dankesehr.

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