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"Ich gebe zu, ich habe mich in Putin geirrt"

18. April 2024, 00:04 Uhr
"Ich gebe zu, ich habe mich in Putin geirrt"
Putin 2018 auf Staatsbesuch bei Van der Bellen Bild: APA/HANS KLAUS TECHT

HAMBURG. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat in einem Interview mit dem deutschen Magazin "Der Spiegel" eingeräumt, dass er Russlands Präsident Wladimir Putin falsch eingeschätzt habe: "Ich gebe zu, ich habe mich in Putin geirrt. Ich dachte, er würde sich mit der unentschuldbaren völkerrechtswidrigen Annexion der Krim und dem Landzugang dorthin zufriedengeben. Tut mir leid, völlige Fehleinschätzung".

"Putin ist ein Aggressor", stellte der Bundespräsident fest. Der russische Präsident lebe im 18. Jahrhundert. "Es gibt ja diese Anekdote, in der gefragt wird: ,Kennt ihr irgendjemanden, auf den Putin noch hört? Antwort: Natürlich – auf Iwan den Schrecklichen, auf Peter den Großen und auf Katharina die Große.’ Russland muss in Putins Augen sprichwörtlich groß sein, damit er sich selbst ernst nehmen kann als Führer", so Van der Bellen weiter. Auf die Frage, warum Österreich seit 2022 Putins Kriegskasse durch Kauf von russischem Erdgas um zehn Milliarden Euro gefüllt habe, meinte der Bundespräsident: "Wir arbeiten daran, das zu ändern."

Die EU werde durch die Einsicht zusammengehalten, "dass 27 weltpolitische Zwerge ihre Interessen nur als Union verteidigen können", so Van der Bellen. Ironischerweise habe ihn Putin 2019 in Sotschi selbst darauf aufmerksam gemacht, "dass die EU-Staaten zusammen fünfmal so viel fürs Militär ausgeben wie Russland, die USA sogar das Dreifache aller EU-Staaten. Weit daneben lag er damit nicht." Die Zersplitterung der europäischen Rüstungsindustrie hätten alle unterschätzt. "Wir müssen lernen, uns zu wehren."

Dennoch warnte Van der Bellen vor allzu düsteren Prognosen für die EU. "2016 hieß es von manchen, ich könne nicht mehr gewinnen gegen den FP-Kandidaten Norbert Hofer, der erste Stein würde damit fallen, dann würde Emmanuel Macron in Frankreich verlieren und so weiter. Nichts davon ist eingetreten. Ich glaube, in der Stunde der Not besinnt sich dieses vereinte Europa auf seine Stärken – dass es also Frieden und Wohlstand für seine Bürger sichert."

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1  Kommentar
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powy01 (1.156 Kommentare)
am 18.04.2024 11:09

Was VdB anscheinend vergisst,
Putin hat eine große Verantwortung seinem Land gegenüber und die Interessen RU lokal und global wahrzunehmen.

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