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Außenpolitik

Omikron-Variante zirkuliert schon längere Zeit in Europa

01. Dezember 2021 00:04 Uhr

Omikron-Variante zirkuliert schon längere Zeit in Europa
Auf dem Flughafen Schipol in Amsterdam werden Südafrika-Rückkehrer in einem speziellen Bereich getestet.

AMSTERDAM/LISSABON. In den Niederlanden, Portugal und Schottland wurde die Mutation in älteren Proben gefunden - nicht nur bei Südafrika-Rückkehrern.

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus zirkuliert bereits länger in Europa als bisher angenommen: In den Niederlanden wurde die Mutation beispielsweise in zwei Testproben nachgewiesen, die auf den 19. und 23. November datiert sind. Das teilte das niederländische Institut für öffentliche Gesundheit (RIVM) gestern mit. Südafrika hatte die Entdeckung der neuen Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 aber erst am 24. November offiziell bekanntgegeben.

Noch sei allerdings unklar, ob sich die am 19. und 23. November getesteten Infizierten ebenfalls im Süden Afrikas aufgehalten hätten, erklärte das RIVM. Die Betroffenen seien informiert worden, die Behörden würden sich um eine Nachverfolgung ihrer Kontakte kümmern.

Portugal: Fußballklub betroffen

Anzeichen dafür, dass Omikron bereits länger in Europa umgeht, gibt es auch in Portugal. Beim Fußballklub Belenenses Lissabon wurde B.1.1.529 gleich bei 13 Spielern und Funktionären nachgewiesen. Verteidiger Thibang Cafu Phete war kürzlich nach seinem internationalen Einsatz aus Südafrika zu seinem Verein zurückgekehrt. Er war für die Nationalmannschaft am 14. November gegen Ghana angetreten.

In Schottland dürfte Omikron ebenfalls schon einige Zeit zirkulieren, sechs Fälle wurden nachgewiesen. Allerdings gebe es bei diesen sechs Personen keinerlei Zusammenhang mit Reiserückkehrern aus Südafrika, teilte die Regionalregierung in Edinburgh mit.

Daher sei von ersten Übertragungen innerhalb Schottlands auszugehen, sagte der stellvertretende Regierungschef John Swinney der BBC. "Das stellt uns bei der Eindämmung der Ausbreitung natürlich vor zusätzliche Herausforderungen."

Emer Cooke, die Direktorin der Europäischen Arzeimittelbehörde EMA, betonte, man sei auf Omikron vorbereitet. Es werde zwei Wochen dauern, um Hinweise darauf zu erlangen, ob die gegenwärtigen Impfstoffe mit der Variante fertig würden. "Falls ein neues Vakzin benötigt wird, um Omikron entgegenzutreten, wird es bis zu vier Monate dauern, bis ein solches für den Einsatz in der EU zugelassen wird", sagte Cooke.

Olaf Scholz für Impfpflicht

Bei den gestrigen Beratungen der deutschen Bundesregierung und der Ministerpräsidenten, an der auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz teilnahm, wurden Stimmen für eine Impfpflicht laut: "Ich als Abgeordneter werde ihr jedenfalls zustimmen, um das ganz klar zu sagen", betonte Scholz. In Kraft treten könnte die Impfpflicht wie in Österreich mit 1. Februar 2022.

Dafür sprachen sich außerdem die Ministerpräsidenten von Union und Grünen aus. Robert Habeck, Ko-Vorsitzender der Grünen und vermutlich neuer Vizekanzler, sagte dazu: "Natürlich wäre eine Impfpflicht ein weitgehender Eingriff in die Freiheit des Einzelnen. Aber sie schützt eben Leben und letztlich auch die Freiheit der Gesellschaft."

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