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Außenpolitik

Provokation des Iran überschattet Hoffnungen auf Nahost-Gespräche

23. August 2010 00:04 Uhr

Provokation des Iran überschattet Hoffnungen auf Nahost-Gespräche
Mitten im Streit um die iranischen AKW-Pläne präsentierte der iranische Präsident eine Drohne mit 1000 Kilometer Reichweite.

TEHERAN/JERUSALEM. Während die halbe Welt positiv auf die Kunde von neuen Direktverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern reagierte, startete der Iran mit der Präsentation einer Drohne als „Botschafter des Todes“ eine neue Provokation.

Nur einen Tag nach der Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes in Buschehr spuckt Ahmadinejad wieder kriegerische Töne: In Teheran präsentierte der iranische Präsident mit stolz-geschwellter Brust eine Drohne, die auch mit Bomben bestückt werden kann. Der im Iran hergestellte Flugkörper kann angeblich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 950 Stundenkilometern eine Strecke von rund 1000 Kilometer zurücklegen und dabei Bomben mit einem Gewicht von 250 Kilogramm transportieren. Der Jet, verkündete Ahmadinejad, sei ein „Botschafter des Todes für die Feinde der Menschheit“ (Israel), überbringe aber auch eine „Botschaft des Friedens und der Freundschaft“ (für Palästina).

Ob die Langstreckendrohne mit dem Namen Karrar – einer Anspielung auf einen der Namen des schiitischen Imam Ali – bereits einsatzfähig ist, bezweifeln westliche Militärexperten in Teheran. Es stehe aber außer Frage, dass die Iraner versuchten, einen solchen Flugkörper zu entwickeln. Ihre Erfolge auf dem Gebiet der Militärtechnik seien beachtlich, eine Reihe von selbst gebauten Aufklärungsdrohnen sei bereits im Einsatz.

Schon vor einigen Tagen hatte der iranische Verteidigungsminister Wahidi den erfolgreichen Test einer Boden-Boden-Rakete vom Typ Kiam bekannt gegeben. Es handle sich dabei um ein „sehr präzises Geschoss einer neuen Klasse“, behauptete er ohne die Nennung der genauen Reichweite.

Dass die Präsentation der neuen „iranischen Wunderwaffen“ fast zeitgleich mit der Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes von Buschehr erfolgt, ist nicht überraschend. Iran will nach zumindest indirekten Drohungen aus Israel und den USA, die Atomanlagen des Landes anzugreifen, Vergeltungsbereitschaft demonstrieren. Die iranische Antwort, warnte Ahmadinejad, würde dann nicht nur den Nahen Osten, sondern „die ganze Erde umfassen“. Alle Optionen lägen auf dem Tisch. Dass dazu auch Terroranschläge gehören könnten, liegt wohl auf der Hand.

Israel hat die Eröffnung des AKW Buschehr als „völlig inakzeptabel“ kritisiert. Ein Land, das so unverhohlen internationale Verträge verletze, dürfe diese Technologie nicht in die Hand bekommen. (wrase)

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