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Außenpolitik

Iran: „Als Feinde Gottes gehängt“

29. Januar 2010 00:04 Uhr

„Als Feinde Gottes gehängt“
Regimegegner in Gefahr

Sieben Monate nach dem Beginn der Unruhen im Iran sind am Donnerstag die beiden ersten Anhänger der Oppositionsbewegung hingerichtet worden. Mohammed Reza Ali-Zamani und Arash Rahmanpour seien als „Feinde Gottes“ verurteilt und im Morgengrauen gehängt worden, hieß es in einer Erklärung der Teheraner Staatsanwaltschaft.

Die hingerichteten Oppositionellen sollen zu einer Gruppe von elf zum Tode verurteilten Iranern gehören, die am 27. Dezember während einer Demonstration gegen die Wiederwahl von Präsident Ahmadinejad in Teheran festgenommen wurden.

Iranische Oppositionsgruppierungen weisen dagegen darauf hin, dass Ali-Zamani im Oktober letzten Jahres zum Tode verurteilt und bereits im Sommer verhaftet wurde. Bei einem im Fernsehen übertragenen Schauprozess im August hatte er gestanden, „mit Hilfe amerikanischer Offizieller politische Attentate vorbereitet zu haben“. Ali-Zamani war offenbar Mitglied der monarchistischen Bewegung „Königreich-Gruppe des Iran“. Zu den Geständnissen sei er gezwungen worden. Ali-Zamani habe lediglich für die Radiostation der Gruppierung gearbeitet.

Arash Rahmanpour wurde nach Aussagen seines Anwaltes bereits im März letzten Jahres, also vor den Präsidentschaftswahlen, verhaftet. Auch gegen ihn sei ein Schauprozess nach stalinistischem Vorbild geführt worden. Rahmanpour, so der Anwalt weiter, habe nach Morddrohungen gegen seine Familie ein Geständnis abgelegt. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung sei er 19 Jahre alt gewesen. Auch Rahmanpour gehörte offenbar zur Oppositionsbewegung „Königreich-Gruppe des Iran“, die von dem Regime beschuldigt wird, für eine Bombenexplosion in einer Moschee in Schiraz verantwortlich zu sein. Dabei kamen 2008 zwölf Menschen ums Leben.

Beobachter erwarten, dass die Hinrichtungen die Spannungen verschärfen werden. Es sei mit neuen Protesten der Opposition zu rechnen. Im Iran beginnt eine elftägige Periode der „revolutionären Morgenröte“, in der mit staatlichen Massenaufmärschen der 31. Jahrestag der Islamischen Revolution sowie die Rückkehr des Ayatollah Khomeini aus dem Exil gefeiert wird.

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