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Weltspiegel

Stand-Up-Paddling: Nur Motorboote sind schlimmer für Vögel

Von nachrichten.at/apa   02. Januar 2019 19:46 Uhr

Stand Up Paddling geht nicht nur im Sommer.

LUZERN. Eine Masterarbeit aus Deutschland bescheinigt der Trendsportart Stehpaddeln ein hohes Störpotenzial für Wasservögel.

Das deckt sich mit einem Bericht der Vogelwarte Sempach in der Schweiz. Es brauche klarere Informationen für Wassersportler, mahnt der Sprecher der Vogelwarte.

Im Vergleich mit anderen Wassersportarten wie Rudern oder Segeln habe Stand-Up-Paddling (SUP) eine überdurchschnittlich hohe Störwirkung auf Wasservögel, attestiert eine Masterarbeit aus Deutschland. Die Studie im Auftrag des Landesbundes für Vogelschutz berichtet zum Beispiel von einem Fall am Bodensee, wo ein Stehpaddler Vögel aus 1,5 Kilometern Entfernung aufschreckte. Noch stärker würden die Tiere nur von Motorbooten gestört, so Studienautor Matthias Bull.

Fluchtdistanzen um ein Vielfaches höher

Ein Bericht der Vogelwarte Sempach im Kanton Luzern kommt zu einem ähnlichen Fazit: Ein einzelner Stand-Up-Paddler könne tausende Wasservögel aufscheuchen, selbst aus über einem Kilometer Distanz, heißt es da. Dabei könne es auch zu Kettenreaktionen kommen: Die sensibelsten Vogelarten können eine Flucht auch bei unempfindlicheren Arten auslösen.

Im Vergleich zu Paddel- oder Ruderbooten liegen die belegten Fluchtdistanzen der Vögel - also die Entfernungen, bei denen sie die Flucht ergreifen - demnach um ein Vielfaches höher. "Das Problem ist, dass beim Stand-Up-Paddeln die Silhouette des Menschen weithin sichtbar ist", erklärte Livio Rey, Sprecher der Vogelwarte. Ein Schwarm habe zudem viele Augen, die die Silhouette erspähen können. Fliegen einzelne Vögel auf, folgen die anderen.

Lebensraum für Vögel wird immer knapper

Da der Trendsport immer beliebter und vermehrt ganzjährig ausgeführt wird, scheuchen SUPs auch im Winter Wasservögel auf. Einer Zeit also, während der die Vögel keine Energie verschwenden sollten. Werden die Vögel in bestimmten Gebieten immer wieder gestört, beginnen sie diese Gebiete zu meiden. Gerade für sensible Arten wird der Lebensraum dadurch noch knapper als er es ohnehin schon ist.

An Linienschiffe und Motorboote mit festen Routen können sich Wasservögel eher gewöhnen, sagte Rey. An die völlig unvorhersehbaren Bewegungen der Stand-Up-Paddler gewöhnen sie sich jedoch nicht. Die Vogelwarte plädiert wegen des hohen Störpotenzials für ein Verbot von SUP in bedeutenden Wasservogelgebieten und in einer Pufferzone von mehr als einem Kilometer.

Die Bewegung in der Natur wolle man dabei niemanden verwehren, so Rey. Es gebe genug Gebiete, wo SUPs unproblematisch seien. Das Problem sei vor allem, dass es den Wassersportlern an Informationen fehle, wo Stand-Up-Paddeln problematisch ist und wo nicht.

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