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Glasfaser-Ausbau: Es fehlt auch an der Nachfrage

Von nachrichten.at/tn   06. August 2022 06:00 Uhr

Allianz-Tochter investiert groß in das Glasfasernetz
(Symbolfoto)

WIEN. Während Österreich beim 5G-Ausbau im EU-Vergleich gut dasteht, fristet die Alpenrepublik beim Glasfaser-Anschluss eher ein Nachzügler-Dasein. Laut dem Internet-Monitor-Jahresbericht 2021 der Regulierungsbehörde RTR ist es aber weniger das Angebot, das zu wünschen übrig lässt, als die Nachfrage.

Im vierten Quartal 2021 wurden in Österreich fast 1,3 Millionen potenziell versorgbare Anschlüsse mit Glasfasertechnologie gezählt. Bei mehr als 75 Prozent davon handelt es sich um FTTH-Anschlüsse ("Fibre to the Home"), bei denen die Glasfaser bis in die Wohnungen der Endnutzer reicht. Mit Jahresende lag der FTTH-Versorgungsgrad der heimischen Haushalte bei 24,2 Prozent – ein Plus von 20,5 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2020. Von den rund 950.000 FTTH-Anschlüssen werden allerdings nur etwa 190.000 genutzt. "Das bedeutet, dass 24,2 Prozent aller österreichischen Haushalte mit Glasfasertechnologie versorgt werden könnten. Aber leider wird das in diesem Umfang noch nicht genutzt", sagt RTR-Geschäftsführer Klaus M. Steinmaurer.

Warum Angebot und Nachfrage derzeit so weit auseinanderklaffen, erklärt Steinmaurer so: "Das liegt vor allem an den bestehenden Alternativen, sowohl fest als auch mobil. Vor allem in Bundesländern mit einer starken Kabel-TV-Versorgung und einer ausgezeichneten Mobilfunkversorgung wird das bestehende Glasfaser-Angebot nur wenig genutzt. Das kann dann vor allem dort, wo Mobilfunk sehr intensiv genutzt wird, dazu führen, dass die nachgefragten Breitband-Kapazitäten im Vergleich zu den tatsächlich möglichen niedrig erscheinen“, sagt Steinmaurer. Er glaubt, dass Nutzer derzeit noch keinen zusätzlichen Nutzen bei teureren Produkten mit höheren Bandbreiten sehen würden. "Doch ich bin überzeugt, dass sich das bald ändern wird“, sagt der RTR-Geschäftsführer.

Die Marktanteile bei den rund 950.000 verfügbaren FTTH-Anschlüssen schlüsseln sich wie folgt auf: A1 kommt auf einen Marktanteil von 31,4 Prozent, gefolgt von Salzburg AG (15 Prozent), Wien Energie GmbH (13,1 Prozent) und Energie AG Oberösterreich Telekom GmbH (4,8 Prozent). Bei den aktiven FTTH-Anschlüssen hält A1 einen Marktanteil von 36,8 Prozent, gefolgt von der Energie AG Oberösterreich mit 15,7 Prozent und der Wien Energie GmbH mit 6,5 Prozent.

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