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Chronik

Tierschützer besetzten Schweinemastbetrieb

Von nachrichten.at/apa   20. Juli 2021 21:11 Uhr

ST. PÖLTEN. Tierschützer haben am Dienstag einen Mastbetrieb im Bezirk St. Pölten-Land besetzt.

Gefordert wurde ein Verbot der Schweinehaltung auf Vollspaltenboden, verpflichtende Stroheinstreu und mindestens doppelt so viel Platz für die Tiere, teilte der Verein gegen Tierfabriken (VGT) mit. Der VGT ortet aufgrund von Innenaufnahmen "horrende Zustände" in dem Betrieb nahe St. Pölten. Der Amtstierarzt nahm schließlich Untersuchungen auf.

Tierschützer kletterten in der Früh auf das Dach des Betriebs, um Banner zu befestigen. "Stroh statt Beton" war u.a. zu lesen. "Die Tiere haben große, blutende Wunden, abgebissene Ohren und Schwänze. Zusätzlich ist alles mit Kot verklebt, die armen Schweine vollkommen verdreckt. Mit ihren blutenden Wunden müssen die Tiere unversorgt im Dreck liegen", teilte der VGT mit, der von Tierquälerei sprach.

AMA wehrt sich gegen Vorwürfe

Vorwürfen, das zu tolerieren, trat die Agrarmarkt Austria (AMA) in einer Aussendung entgegen. Bei dem kritisierten Schweinemastbetrieb seien im vergangenen Jahr im Rahmen von routinemäßigen Kontrollen "massive Abweichungen von den Richtlinien" festgestellt worden. Es sei daher eine Sperre "für die Lieferung ins AMA-Gütesiegel-Programm" erfolgt. Diese bleibe so lange aufrecht, "bis der Betrieb die Behebung der Abweichungen bei einer neuerlichen Kontrolle nachweisen kann".

Tierschützerin attackiert?

Die Polizei war am Dienstag mit zwei Streifen an Ort und Stelle, die Situation wurde vonseiten der Exekutive als ruhig beschrieben. Die Bezirkshauptmannschaft wurde über die Aktion in Kenntnis gesetzt, hieß es. Laut VGT soll vor Ankunft der Polizei ein Landwirt mit dem Auto stehengeblieben sein, eine Tierschützerin attackiert und einer Frau auf den Kopf geschlagen haben. VGT-Obmann Martin Balluch verwies auf ein Video der Geschehnisse und kündigte diesbezüglich eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft an.

Beendet wurde die Besetzung, nachdem der Amtstierarzt der Bezirkshauptmannschaft im Beisein einer Beamtin der Landes-Veterinärbehörde mit Überprüfungen gestartet hatte. "Kaum hatte die Kontrolle begonnen", sei der Rückzug erfolgt, hielt der VGT in einer Aussendung fest.

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