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Wels

Kremsmüller zeigt sich nach Abschluss des Sanierungsverfahrens optimistisch

Von OÖN   27. Oktober 2020 00:04 Uhr

Kremsmüller zeigt sich nach Abschluss des Sanierungsverfahrens optimistisch
Gregor Kremsmüller, Eigentümer der Kremsmüller-Gruppe

STEINHAUS. Unternehmen nimmt trotz Corona und Insolvenz wieder Lehrlinge auf

Das insolvent gewordene Industriemontageunternehmen Kremsmüller hat das Sanierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen. Mitte Oktober haben die Gläubiger einer 25-Prozent-Quote zugestimmt. "Eine zufriedenstellende Lösung für alle Seiten", freut sich Eigentümer Gregor Kremsmüller.

Trotz herausfordernder Zeiten sei diese Quote wirtschaftlich schaffbar, betont der Chef des Steinhauser Familienbetriebes. "Besonders betonen möchte ich, dass bei dieser Entscheidung auch der Erhalt der Arbeitsplätze eine große Rolle gespielt hat", sagt Kremsmüller. Die Treue der Stammkunden habe seinem Unternehmen gezeigt, dass sein wichtigstes Gut die Fachkompetenz der Mitarbeiter sei.

Desaströser Großauftrag

Das Unternehmen will bald wieder neue Mitarbeiter aufnehmen. Die Insolvenz hat die bei Kremsmüller großgeschriebene Ausbildungsinitiative zwar abgebremst, dennoch konnten sieben Lehrlinge aufgenommen werden: "Das ist sehr ungewöhnlich während einer Sanierung", sagt Kremsmüller. In den kommenden Monaten sollen weitere Ausbildungsplätze geschaffen werden.

Im Juni musste Kremsmüller mit Industrieanlagenbau und Industrieservice Insolvenz anmelden. Grund war ein desaströser Großauftrag für die Wien Energie, der das gesunde Unternehmen viel teurer kam als geplant. 1200 der 2000 Mitarbeiter der Gruppe waren betroffen. In den beiden Sanierungsverfahren wies die Gruppe Passiva von 150 Millionen Euro aus.

Aus Fehlern hat der Traditionsbetrieb eigenen Angaben zufolge gelernt. Der gescheiterte Auftrag für Wien Energie ist noch Gegenstand von Verhandlungen. Wie berichtet, sollte Kremsmüller für die Wien Energie eine Klärschlammtrocknungsanlage entwickeln und errichten. Doch die anlaufenden Kosten überstiegen den vereinbarten Preis von 22,5 Millionen Euro um rund 200 Prozent: "Wir sind nach wie vor an einer Lösung interessiert, die für alle zufriedenstellend ist", betont Kremsmüller. Inzwischen habe man gelernt, Dinge kritisch zu hinterfragen und den Umfang sowie die Herausforderungen von Projekten in Zukunft besser einzuschätzen.

Konzentration auf Kernbereiche

Künftig will sich das Steinhauser Unternehmen nur noch auf die drei weiterhin erfolgreichen Geschäftsbereiche Apparatebau, Elektro, Mess-, Steuer- und Regeltechnik sowie Rohr- und Anlagenbau konzentrieren. Die Sparte Prozesstechnik wurde großteils stillgelegt.

In den letzten Jahren lag das jährliche Wachstum zwischen vier und sieben Prozent. Man will sich wie bisher als lebenslanger Partner für Anlagen etablieren und verstanden wissen. Großen Wert legt Kremsmüller auch auf soziales Engagement. Schon vor Jahren hat das Unternehmen das Projekt "Kremsmüller For Life" zur Realisierung sozialer Projekte ins Leben gerufen.

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