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Wels

Von den Schokoladen-Seiten des Landlebens

Von Michaela Krenn-Aichinger   05. November 2013 00:04 Uhr

Von den Schokoladen-Seiten des Landlebens

MEGGENHOFEN. Vor etwas mehr als einem Jahr kehrte Martin Mayer Wels den Rücken und eröffnete eine Schokoladenmanufaktur in einem Vierkanthof in Meggenhofen.

„Der neue Standort ist ein Glücksfall für mich, er entspricht viel mehr meinem Naturell und meiner Tätigkeit“, sagt Mayer, der zuvor am Welser Stadtplatz seine Schokoladenkreationen komponierte und dort auch das gleichnamige Café betrieb. Das Leben und Arbeiten auf dem Land hat der dreifache Familienvater seither keine Sekunde bereut.

Die Produktvielfalt hat sich in diesem Jahr verdoppelt. „Es wird unheimlich viel Energie frei, wenn man sich auf die Sache konzentriert, die einem Spaß macht“, sagt der 36-Jährige. Er bezeichnet sich selbst als Kreativling. Neue Schokoladensorten und Pralinen zu kreieren sowie neue Etiketten zu entwickeln, das sei absolut seins. Mehr als 25 Schokoladensorten, von hell bis dunkel, mit einem Kakaoanteil von bis zu 85 Prozent hat er mittlerweile im Sortiment. Derzeit tüftelt er gerade an Weihnachtsschokoladen. Ob Gewürzzwetschken-, Zimtstern- oder Bratapfelschokolade das Rennen machen wird, lässt er noch offen.

Früchte aus der Region

Die Früchte stammen von den Streuobstwiesen der Umgebung, teils auch aus dem eigenen Garten in Aistersheim. Sie kommen ohne Zusatz von Aromen direkt in die handgefertigten Schokoladen.

Die Natur setzt der Produktion Grenzen. „Wann’s aus is, is aus, nicht jedes Jahr haben wir die gleich hohen Erträge, das limitiert unsere Auflage“, erklärt Mayer. Für die Chilisorten, auf die zahlreiche Schokoholics scharf sind, verwendete er früher Chilipulver aus Südafrika, jetzt liefert der Innviertler Klarlbau z‘ Blindendorf. Den Kakao bezieht der Chocolatier von Plantagen aus Mittel- und Südamerika.

Früchte der Arbeit waren heuer beim Internationalen Trüffelwettbewerb in Wels acht Gold- und zwei Silbermedaillen bei insgesamt zehn Einreichungen.

Die Schokofans sind dem gelernte Konditor auch aufs Land gefolgt. Jeden Freitag öffnet er die Produktionsstätte, wo seit Kurzem auch seine Frau und vier weitere Mitarbeiter tätig sind, für einen Manufakturverkauf.

Ab dem nächsten Jahr will Mayer vorangemeldete Gruppen in einige der Geheimnisse der Schokoladenherstellung einweihen. Seit drei Wochen kann man die Schokoladen auch über einen Webshop beziehen. Der Verkauf erfolgt außerdem über ausgewählte Schokoladenläden, Geschenkshops und Greißlereien.

Seine Mitbewerber im höherpreisigen Schokoladengeschäft betrachtet er nicht als Konkurrenz. „Es wäre schade um jeden guten Winzer, den es nicht mehr gibt. Dasselbe gilt bei uns. Die Vielfalt wird größer, wir ergänzen uns.“

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