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Steyr

Die kleine „große Dame“ mit Hut starb im 101. Lebensjahr

Von Gerald Winterleitner  01. Dezember 2020 17:37 Uhr

Frieda Meichenitsch 

STEYR. Die im März 1920 in Marburg geborene Ehrenobfrau der VP-Frauenbewegung, Frieda Meichenitsch, die in ganz Steyr für ihr soziales Engagement bekannt war, schlief am vergangenen Freitag friedlich ein. Ein Nachruf.

Kurz nach den Wirren des Ersten Weltkrieges im März 1920 in Marburg im heutigen Slowenien geboren, wuchs Frieda Meichenitsch in einem Wirtshaus mit angeschlossener Landwirtschaft auf. Allerdings musste sie schon bald miterleben, wie ihre Familie enteignet wurde. Gemeinsam mit ihrer Mutter zog sie daher schon in jungen Jahren zu einer Tante nach Steyr, wo sie zeitlebens auch blieb.

Beruflich begann sie ihren Weg in den Steyrer Werken, wo sie jahrelang im Expedit und im Sekretariat arbeitete. Als „Native Speakerin“ war sie sowohl in den Steyrer Werken wie auch im sozialen Bereich als Dolmetscherin tätig. Diese Kontakte führten dazu, sich schon sehr früh für ihre Mitmenschen einzusetzen. Bis zu ihrem 99. Lebensjahr blieb sie tagtäglich im Einsatz für ihre Mitmenschen und Menschen, die ihre Hilfe brauchten. Bis sie selbst nicht mehr konnte, war sie bei zahlreichen Krankenbesuchen oder ihren Besuchen in den Steyrer Alten- und Pflegeheimen im Einsatz – immer mit Hut, Handschuhen, Tasche und farblich darauf abgestimmter Kleidung. „Sie war immer gepflegt und eine Dame von Kopf bis Fuß“, erinnert sich Stadtrat Gunter Mayrhofer an die kleine „große Dame“ der Steyrer VP.

Seit dem Jahr 1966 war Frieda Meichenitsch in der VP-Frauenbewegung tätig, jahrelang als Obfrau, später als Ehrenobfrau. Auch den Kinderfasching im Stadtsaal, den es bis heute noch gibt, hat sie, obwohl selbst kinderlos, einst ins Leben gerufen. Sie fühlte sich wohl in der Gesellschaft von Freunden, gute Bekannte waren ihr wertvoll und wichtig. „Mit ihrem Engagement und ihrer Begeisterung hat sie viele mitgerissen. Sie war geradlinig und willensstark“, sagt Ursula Voglsam, Gemeinderätin und Bezirksobfrau des Seniorenbundes, „ihren 99. Geburtstag haben wir noch in der Wohnung am Tabor gefeiert, erst danach ist sie ins Altenheim übersiedelt, wohin sie immer schon gute Kontakte hatte.“

Am vergangenen Freitag, 27. November, fand die kleine „große Dame“ mit Hut nun ihre Ruhe und schlief friedlich in ihrem Bett ein. Das Begräbnis von Frieda Meichenitsch findet am 11. Dezember, um 10 Uhr, in der Verabschiedungshalle Stigler statt.

Artikel von

Gerald Winterleitner

Lokalredakteur Steyr

Gerald Winterleitner
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