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Oberösterreich

Oberösterreich bei Viren im Abwasser Spitzenreiter

Von Gabriel Egger  28. Mai 2022 00:04 Uhr

Oberösterreich bei Viren im Abwasser Spitzenreiter
Viele Proben aus Oberösterreichs Abwasser schlugen an.

LINZ. 108 Kläranlagen in Österreich werden seit September 2021 auf Corona-Virenpartikel im Abwasser untersucht. Elf davon haben Stand gestern Nachmittag die Alarmstufe deutlich überschritten. Gleich neun von ihnen befinden sich in Oberösterreich.

"Die Anzahl der Viren-Kopien pro Einwohner im Abwasser hat bei mehreren Kläranlagen die Alarmstufe überschritten. Das deutet darauf hin, dass die Fälle wieder steigen oder eine neue Variante schlagend wird. In Oberösterreich müsste demnach eigentlich wieder ein bisschen mehr auf Masken und Abstand geachtet werden", sagt Heribert Insam, Leiter der Arbeitsgruppe Mikrobielles Ressourcenmanagement an der Universität Innsbruck und Mitglied des SARS-CoV-2-Abwassermonitorings. Bei sechs weiteren Kläranlagen in Oberösterreich liegt die Anzahl der Viren-Kopien in einem "beunruhigenden Bereich". Auch bei zwei Anlagen in Niederösterreich wurde die rote Gefahrenstufe überschritten.

"Noch nicht besorgniserregend"

Insam wertet diese Daten aber noch nicht als besorgniserregend: "Wir wissen, dass Omikron meist einen milderen Verlauf hat und auch die Auslastung in den Krankenhäusern weiterhin stabil ist. Aufregung ist also fehl am Platz. Aber es ist doch ein klares Zeichen", sagt er.

Den Daten der Kläranlagen stehen in Oberösterreich 224 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden und 3900 nachweisbar aktive Fälle gegenüber. Ab 1. Juni wird, wie berichtet, auch die Maskenpflicht außerhalb vulnerabler Bereiche wie Heime und Spitäler in die Sommerpause geschickt.

Im Forschungsprojekt des SARS-CoV-2-Abwassermonitorings kann das genetische Material, die Ribonukleinsäure (RNA), des Coronavirus im Abwasser nachgewiesen werden.

Vom Landeskrisenstab hieß es am Freitag auf OÖN-Anfrage, dass sich ein eindeutiger Rückschluss von den Ergebnissen des Abwassermonitorings auf die tatsächliche Entwicklung der Fallzahlen nicht ziehen lasse. Dazu sei das Monitoring mit zwei Messtagen pro Woche zu gering. Die Entwicklung der Fallzahlen zeige allerdings ebenfalls – trotz eines allgemein sinkenden Trends in den vergangenen Wochen – immer wieder Ausreißer nach oben. Man bereite sich intensiv auf den Herbst vor. Derzeit werde eine eigene Impfkampagne für Oberösterreich ausgearbeitet.

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Gabriel Egger

Redakteur Land und Leute

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