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Mühlviertel

Vier Kamele wurden in Sandl heimisch

Von Michael Polzer   27. November 2018 03:26 Uhr

Vier Kamele wurden in Sandl heimisch
Ausritt in der winterlichen Hügellandschaft des Mühlviertels.

SANDL. Die Trampeltiere Ilse, Irene, Flauschi und Pascal überraschen Besucher des Viehbergs.

Dichter Nebel umhüllt den Viehberg in Sandl, der Reif lässt die Bäume tief winterlich erscheinen. Plötzlich tauchen auf einer Koppel vier kauende Tiere aus dem Nebel auf und überraschen den Spaziergänger in seiner vorweihnachtlichen Stimmung: Es sind keine Kühe, die hier die letzten spärlichen Grashalme vom Boden zupfen, sondern vier Kamele.

Auskunft über diese Tiere erhält der erstaunte Wanderer jedoch bei einem nahegelegenen Bauernhof: "Kameltreiber" Michael, wie er sich selbst nennt, hat das Anwesen im März gekauft und ist mit seinen Kamelen, einer kleinen Herde Brillenschafe und zahlreichen Sulmtaler Hühnern vor zwei Monaten auf dem Viehberg sesshaft geworden. Seine Lamas konnte der langjährige Tierpfleger des Schönbrunner Tiergartens noch nicht übersiedeln: Sie haben gerade Nachwuchs bekommen.

Tiefe Temperaturen gewohnt

Auf die im Mühlviertel ungewohnten Weidetiere angesprochen, sagt Michael: "Ich habe mich einfach in diese Tiere verliebt. Die Gegend hier passt perfekt." Die in asiatischen Steppengebieten heimischen Tiere würden bis zu minus 40 Grad aushalten und seien beim Fressen sehr genügsam. Der erste Grasschnitt im Jahr wäre ihnen sogar zu fett, optimal sei der zweite und dritte, berichtet der "Kameltreiber". Im Winter gibt es Heu und – eher selten – Zusatzfutter. Wenn Michael mit ihnen arbeitet, sie also sattelt und ausreitet, bekommen sie fürs brave Folge "Leckerlis", die hauptsächlich aus der Pferdenahrung stammen. "Die Temperaturen taugen ihnen. Nur wenn es regnet, stellen sich die wasserscheuen Tiere sofort in den Stall", berichtet Michael, der unter anderem seine Schlapfen mit der Winterwolle der Kamele ausgefüttert hat.

Vier Kamele wurden in Sandl heimisch
Ausritt in der winterlichen Hügellandschaft des Mühlviertels.

Im Tiergarten mussten die Kamele für Untersuchungen immer narkotisiert werden. Das wollte Michael nicht. Daher habe er Pläne geschmiedet, diese unter seine Obhut zu nehmen. Apropos Untersuchungen: Was aber, wenn ärztliche Hilfe benötigt wird? "Da gibt es in Walding eine spezialisierte Tierärztin. Außer mir gibt es noch Kamelbesitzer in Schlüßlberg und Pesendorf", erklärt er.

Derzeit arbeitet der "Kameltreiber" Teilzeit im Vertrieb einer Firma. In Kürze will er aber mit einer Homepage ("Der Kameltreiber") und in sozialen Medien auftreten. Da er auch in der Behindertenbetreuung gearbeitet hat, könne er sich vorstellen, mit Kamelen und Lamas Altenheime zu besuchen, oder Einrichtungen für beeinträchtigte Menschen auf den Hof einzuladen. Im kommenden Jahr stünde außerdem er mit Ilse, Irene, Flauschi und Pascal, wie die drei- bis fünfjährigen Kamele heißen, für Christkindlmärkte zur Verfügung.

Kamel, Dromedar, Trampeltier?

Für Schulklassen, die zu Besuch kommen möchten, will Michael eine eigene Treppe bauen, denn seine Lieblinge möchte der Tierliebhaber nicht so oft niederknien lassen. Sein Wissen über die exotischen Vierbeiner wird er jedenfalls gerne weitergeben. Dazu gehört, dass die Zahl der Höcker nicht den Unterschied zwischen Dromedar und Kamel ausmacht: Tiere mit zwei Höckern werden Trampeltiere genannt, jene mit einem Höcker Dromedare. Zur Gattung der Kamele gehören beide.

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