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Tote Hose in Leonding?

LEONDING. Gleich vier Geschäftslokale stehen mitten im Zentrum von Leonding leer: Was schreckt Gastronomen und Händler?

Tote Hose in Leonding?

Bild: VOLKER WEIHBOLD

Der Stadtplatz von Oberösterreichs viertgrößter Stadt ist offenbar ein schwieriges Pflaster für Gastronomen und Händler. Nicht weniger als vier Geschäftslokale in bester Lage stehen in Leonding leer. Am Freitag hat, wie berichtet, Helmut Ries seine Papierhandlung für immer zugesperrt. Das Geschäft nebenan, das ehemalige Backstüberl, ist ebenso geschlossen wie das Café Atrium und die Bar Batas direkt im Atrium am Stadtplatz.

Das bereitet vielen Einwohnern Sorgen. "Leonding ist zu einer reinen Wohn- und Schlafstadt geworden", sagt Gottfried Steffan, der im Stadtteil Haag lebt und aufgewachsen ist. Besonders auffallend sei es am Wochenende, meint Passantin Renate Marx: "Nur während des Marktes tut sich etwas, sonst ist hier tote Hose. Da werden quasi die Gehsteige hochgeklappt."

Dabei gäbe es durchaus Gastronomen, die das schön gestaltete Stadtzentrum zu schätzen wüssten. Knapp zwei Jahre lang bemühte sich die Linzer Thai-Köchin Maleewan Fuchs um das Café Atrium. Sie wollte dort einen zweiten Standort ihres beliebten Imbisses eröffnen. Doch sie wurde immer wieder vertröstet, bis ihr nun der Geduldsfaden gerissen ist. Sie hat sich vom Plan eines "Maleewan 2" in Leonding verabschiedet.

Das bedauert Bürgermeister Walter Brunner (SP). Schwierige Umbauarbeiten und rechtliche Fragen hätten zu den Verzögerungen beigetragen, die für Brunner aber nicht im Bereich der Gemeinde lagen. Nun wird wieder ein neuer Pächter gesucht.

Gleiches gilt für die Bar Batas, die zuletzt schon die Öffnungszeiten deutlich verkürzt hatte. Im September wurde der Vertrag mit den Pächtern gekündigt. Brunner hätte die Räumlichkeiten gerne umgebaut und für die Gemeinde genutzt, zumal ein Nachtlokal problematisch für Anrainer sei. Aber der Gemeinderat entschied dagegen. Es soll weiter eine Bar bleiben.

Unter den Händlern sind nur wenige Platzhirsche übrig geblieben. Etwa Helmut und Christa Michel vom gleichnamigen Drogerie-Foto-Geschäft. "Leonding war schon immer ein schwieriger Boden", sagt Helmut Michel. "Es ist irgendwie immer ein Dorf geblieben." Dazu komme die Stadtnähe: "Viele arbeiten in Linz und kaufen dort ein. Oder sie fahren in die Pluscity." Dadurch fehle die Frequenz: "Es ist ein Kreislauf."

Junger Chef voller Elan

Doch es gibt auch Lichtblicke. Etwa Christian Derntl. Er übernahm vor zwei Jahren die gleichnamige Fleischerei nahe dem Zentrum von seinen Eltern. Leonding sei sicher nicht generell ein schwieriges Terrain: "Das hängt auch von der Branche ab. Unser Geschäft läuft sehr gut. Wir suchen sogar nach Mitarbeitern und stellen Lehrlinge ein", sagt er. Im Zentrum gebe es einen guten Branchenmix: "Nur die Parkplatzsituation könnte besser sein."

Auch eine weitere Institution wird den Leondingern erhalten bleiben: Die Gerüchte, wonach die Bäckerei Huber im Februar ihre Pforten schließe, stimmen nicht, entgegnet Chef Herwig Schramböck: "Wir machen auf alle Fälle weiter, bis wir in Pension gehen."

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Artikel Herbert Schorn und Reinhold Gruber 06. Dezember 2018 - 00:04 Uhr
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