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Oberösterreich

Himmelsphänomen: Fotos von Komet "Neowise" gesucht

Von Alfons Krieglsteiner  10. Juli 2020 18:07 Uhr

OÖN-Leser Herbert Raab gelang in der Nacht auf Freitag diese grandiose Aufnahme.

LINZ. Der Komet "Neowise" ist derzeit am Nachthimmel über Oberösterreich mit freiem Auge zu sehen. Wir suchen die schönsten Aufnahmen.

Auf seiner Reise durch das Sonnensystem hat "Neow den sonnennächsten Punkt passiert und dies gut überstanden, er "wird wirklich ein schöner Komet", sagte Alexander Pikhard von der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA). Er ist derzeit in der Morgendämmerung zu sehen, am Abend wird man ihn ab dem Wochenende beobachten können. Himmelsbeobachtern aus Oberösterreich sind schon jetzt großartige Aufnahmen des Schweifsterns gelungen. Eine Auswahl sehen Sie in dieser Bildergalerie:

Komet "Neowise" am Himmel über Oberösterreich

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Bild 1/62 Bildergalerie: Komet "Neowise" am Himmel über Oberösterreich

 

Leseraufruf: Ist es auch Ihnen gelungen, den Himmelskörper mit der Kamera festzuhalten? Schicken Sie uns Ihre Fotos an online@nachrichten.at – wir veröffentlichen sie in einer Galerie.

Derzeit steht der Schweifstern noch sehr tief am Horizont. Am Abend steigt er im Laufe des Juli immer höher, um sich dann im August sukzessive wieder dem Horizont anzunähern. In der Morgendämmerung steigt "Neowise" bis Mitte Juli noch etwas höher und verschwindet dann gegen Ende des Monats unter dem Horizont. Für Beobachtungen empfiehlt Pikhard "morgens um etwa 4 Uhr den Blick nach Norden zu richten, abends um etwa 22 Uhr nach Nordwesten".

Seltenheiten für Romantiker

Und noch eine weitere Seltenheit hat der Nachthimmel derzeit für Romantiker parat: In der Morgen- und Abenddämmerung zeigen sich "Leuchtende Nachtwolken". "So etwas sieht man nur einmal im Leben", sagt Hobby-Astronom Herbert Raab, der frühere Obmann der Kepler Sternwarte Linz und meint damit das Zusammentreffen der beiden Phänomene. 

  • Haben Sie Aufnahmen von den leuchtenden Nachtwolken? Schicken Sie uns Ihre Bilder an online@nachrichten.at. Die besten Veröffentlichen wir in einer Galerie!

Den Kometen hat Erich Meyer von der Kepler Sternwarte am Mittwoch um 3.15 Uhr mit der Spiegelreflexkamera nordöstlich von Allhaming (Bez. Linz-Land) abgelichtet. "Er ist derzeit mit Schweif ab 3 Uhr früh eine halbe Stunde lang im Nordosten knapp über dem Horizont mit freiem Auge zu erkennen", sagt Meyer. Der erste Komet seit "McNaught" im Jänner 2007, den man ohne Fernglas oder Teleskop beobachten kann.

Am Nachthimmel sind zwei Naturwunder zu erleben
Gleichzeitig wurde dieses Bild des Kometen "Neowise" aufgenommen.

Millionen Kilometer langer Schweif

Entdeckt wurde "Neowise 2020 F3" im März mit dem Infrarotteleskop "Neowise" der NASA. 150 Millionen Kilometer ist der Schweifstern derzeit von der Erde weg, 50 Millionen Kilometer von der Sonne, von der er sich jetzt wieder langsam entfernt. Näher wird er uns auf seiner Bahn nicht kommen.

6000 Jahre benötigt er für einen Umlauf auf seiner langgestreckten Ellipsenbahn, zuletzt zeigte er sich den "Erdlingen" demnach vor 3000 Jahren. Er kommt aus den fernsten Regionen des Sonnensystems jenseits des Pluto. Sein locker gefügter Kern ist wenige Kilometer dick und besteht aus Eis und Staubpartikeln aus der Frühzeit unseres Sonnensystems. Die Sonnenwärme lässt die gefrorenen Partikel verdampfen, die dabei Staubteilchen mitreißen und den von der Sonne wegweisenden, Millionen Kilometer langen Schweif bilden.

Die höchsten Wolken

Bei den "leuchtenden Nachtwolken" handelt es sich feinfasrige Gebilde aus Eiskristallen in 80 Kilometern Höhe. Sie treten nur zur Sommersonnenwende auf, wenn sie von der schräg unter dem Horizont stehenden Sonne angestrahlt werden und deren Licht reflektieren. Meist sieht man sie in nördlichen Breiten, diesmal auch in Österreich und sogar am Balkan. Die Eiskristalle entstehen, wenn Wasserdampf aus tiefen Luftschichten aufsteigt und sich bei -100 Grad mit Staubteilchen verbindet, die von Meteoren stammen – in 80 Kilometern Höhe, genau dort, wo die Sternschnuppen leuchten. Zum Vergleich: Die größten Gewittertürme reichen gerade einmal 15 Kilometer hoch.

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Artikel von

Alfons Krieglsteiner

Redakteur Land und Leute

Alfons Krieglsteiner
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